Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat den Umweltnegativpreis „Dinosaurier des Jahres 2025“ an mehrere Agrarminister der Union verliehen. Der Verband würdigt damit nach eigenen Angaben besonders rückschrittliche Positionen im Umwelt- und Klimaschutz. Betroffen sind Landesminister der CDU und CSU, die sich in Brüssel gegen das geplante EU-Renaturierungsgesetz ausgesprochen hatten.
Der NABU kritisierte, dass die Minister damit den europäischen Einsatz für mehr Biodiversität und ökologische Wiederherstellung gefährdet hätten. Das Gesetz zielt darauf ab, geschädigte Ökosysteme innerhalb der EU schrittweise zu renaturieren und die biologische Vielfalt zu fördern.
Unionspolitiker weisen Vorwürfe zurück
Die betroffenen Agrarminister ließen die Kritik nicht unbeantwortet. Vertreter der Union bezeichneten die NABU-Auszeichnung als „populistisch“ und warfen dem Verband vor, komplexe agrarpolitische Realitäten zu ignorieren. Laut CSU- und CDU-Politikern gehe es nicht darum, Naturschutz zu verhindern, sondern landwirtschaftliche Betriebe vor überzogenen EU-Vorgaben zu schützen.
Sie betonten, dass die geplante Verordnung zu erheblichen Einschränkungen in der Nahrungsmittelproduktion führen könne und deshalb überarbeitet werden müsse.
Symbolischer Preis mit politischer Signalwirkung
Der Titel „Dinosaurier des Jahres“ wird vom NABU seit 1993 verliehen. Er gilt als Mahnung und Symbol für umweltpolitisches Fehlverhalten. Frühere Preisträger waren unter anderem Manager aus der Energiebranche oder Politiker, die sich öffentlich gegen klimafreundliche Maßnahmen ausgesprochen hatten.
Die aktuelle Vergabe spiegelt den wachsenden Konflikt zwischen Naturschutzinteressen und wirtschaftlichen Zwängen in der europäischen Agrarpolitik wider. Während Umweltverbände auf den Schutz von Lebensräumen pochen, sehen viele Landwirte und konservative Politiker im Renaturierungsgesetz eine Gefahr für ihre wirtschaftliche Existenz.
Quellen
Umweltnegativpreis für Agrarminister der Union
NABU verleiht „Dinosaurier des Jahres“ an Agrarminister