02.02.2026
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Deutschland verbraucht mehr Gas – Müssen wir uns wegen schrumpfender Speicher sorgen?

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Eine anhaltende Kältewelle hat Deutschland seit Wochen fest im Griff. Laut Daten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wird in Privathaushalten und Unternehmen derzeit deutlich mehr geheizt als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Das führt zu einem spürbar höheren Gasverbrauch – besonders in Süd- und Westdeutschland, wo die Temperaturen in den letzten Tagen stellenweise unter minus zehn Grad gefallen sind.

Der hohe Verbrauch wirkt sich unmittelbar auf die Speicherstände aus. Nach Angaben des europäischen Speicherverbandes GIE (Gas Infrastructure Europe) lag der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher Ende Januar 2026 nur noch bei rund 72 Prozent – ein Rückgang um fast acht Prozentpunkte gegenüber dem Monatsanfang.

Experten sehen noch keinen Grund zur Panik

Energieexperten beruhigen jedoch: Trotz des Rückgangs seien die Speicher derzeit noch auf einem komfortablen Niveau. Laut Bundesnetzagentur entspricht der aktuelle Stand dem typischen saisonalen Verlauf – in einem kalten Winter sinken die Füllstände regelmäßig bis unter 60 Prozent, ohne dass die Versorgung gefährdet ist.

„Wir beobachten die Lage kontinuierlich, sehen aber aktuell keine Engpässe“, erklärte ein Sprecher der Bundesnetzagentur am Sonntag. Entscheidend sei vor allem, dass die Lieferströme aus Norwegen und den Niederlanden stabil bleiben, während die LNG-Importe über Wilhelmshaven oder Brunsbüttel kurzfristig angepasst werden könnten.

Energiepreise bleiben unter Beobachtung

Parallel zur Speicherentwicklung rücken auch die Gaspreise an den Märkten wieder stärker in den Fokus. Der Großhandelspreis für Erdgas an der Börse TTF in Amsterdam stieg in den letzten Tagen leicht über die Marke von 35 Euro pro Megawattstunde.
Analysten führen dies auf die Wetterlage und eine erhöhte Marktnachfrage zurück, sehen jedoch keine Anzeichen für eine dauerhafte Preisrally.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher besteht aktuell noch kein Grund zur Sorge – viele Versorger haben langfristige Liefervereinbarungen abgeschlossen, die vor kurzfristigen Preisspitzen schützen. Sollte die Kältewelle jedoch länger andauern, könnte sich die Situation im März verschärfen.

Politische Diskussion über Versorgungssicherheit

Die Entwicklung bringt das Thema Energiesicherheit erneut auf die politische Agenda. Während die Bundesregierung auf die gestärkte Infrastruktur mit LNG-Terminals und gestiegenen Importkapazitäten verweist, fordern Teile der Opposition neue Maßnahmen zur Diversifizierung der Energiequellen.

Klimapolitische Organisationen mahnen gleichzeitig, dass der hohe Gasverbrauch langfristig nicht nachhaltig sei. Sie sehen in der aktuellen Situation einen Beleg dafür, dass Deutschland beim Ausbau von Wärmepumpen und Gebäudedämmung schneller vorankommen müsse, um zukünftige Engpässe zu vermeiden.

Quellen

Gasspeicher leeren sich – Anlass zur Sorge?
Gasspeicher: Der aktuelle Füllstand in Deutschland

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