Polens Bruttoinlandsprodukt (BIP) wächst 2025 voraussichtlich um rund drei Prozent, ähnlich wie im Vorjahr, mit Prognosen für 2026 sogar auf 3,5 Prozent. Im Kontrast stagniert Deutschlands Wirtschaft bei unter einem Prozent Wachstum, was Polen zum viertwichtigsten Exportmarkt für deutsche Firmen macht – vor China. Über Jahrzehnte hinweg liegt Polens reales Wachstum bei durchschnittlich 3,8 Prozent, dreimal höher als der EU-Durchschnitt.
Gründe für den Boom
Hohe öffentliche Investitionen in Infrastruktur wie den Großflughafen CPK und Hochgeschwindigkeitszüge sowie EU-Fördergelder in Milliardenhöhe treiben das Wachstum an. Steigende Löhne, gestiegene Arbeitsproduktivität um 40 Prozent seit 2010 und ein dynamischer Binnenkonsum stärken die Wirtschaft zusätzlich. Die Digitalisierung erleichtert Unternehmensgründungen in Minuten mit minimalem Kapital und steuerlichen Vorteilen.
Unternehmermentalität und Innovation
Polnische Unternehmer wie Sebastian Ciwoniuk von einem Tech-Startup betonen das „Unternehmer-Gen“: Keine Angst vor Risiken und schnelles Lernen aus Fehlern. In Vigo Photonics bei Warschau produzieren 200 Mitarbeiter Infrarotsensoren für Bahn, Panzer und Raumfahrt; bis 2030 soll die Belegschaft verdoppeln, inklusive neuer Chip-Fabrik. Dies positioniert Polen als Zentrum für europäische Technologie-Souveränität.
Ausblick und Chancen für Deutschland
Trotz rasantem Wachstum bleibt Polens BIP pro Kopf hinter Deutschland zurück, doch der Abstand schrumpft. Deutsche Firmen profitieren von Aufträgen in Rüstung, Energie und Infrastruktur. Für 2026 plant die Regierung Rekordinvestitionen in Verteidigung und Kernkraft.
Quellen
Warum Polens Wirtschaft boomt
Polen: Europas wirtschaftlicher Aufsteiger