Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist der Dachverband der deutschen Industrie und vertritt über 100.000 Unternehmen. Er kommentiert regelmäßig wirtschaftspolitische Entwicklungen und meldet sich zu Krisen in der Branche zu Wort.
Wirtschaftsstandort im freien Fall
BDI-Präsident Peter Leibinger warnte Ende 2025, dass der deutsche Wirtschaftsstandort Deutschland im „freien Fall“ sei. Die Industrieproduktion schrumpfe zum vierten Jahr in Folge um zwei Prozent, was auf einen strukturellen Abstieg hindeute. Schlüsselbranchen stünden unter Druck, und die Bundesregierung reagiere nicht entschlossen genug auf die tiefste Krise seit Bestehen der Bundesrepublik.
Prognose für 2026: Leichtes Wachstum
Trotz anhaltender Stagnation prognostizierte der Bundesverband der Deutschen Industrie für 2026 ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent. Dieses Hoffnungssignal sei jedoch von US-Strafzöllen, hohen Energiepreisen und globalem Wettbewerbsdruck überschattet. Der BDI forderte schnellere Kurskorrekturen, um Werkschließungen zu vermeiden.
Kritik an Politik und EU-Vorschlägen
Der BDI kritisierte EU-Pläne zur Anpassung des Emissionshandelssystems als riskant für die Industrie. Stellvertretender Hauptgeschäftsführer Holger Lösch warnte vor Produktionsverlagerungen ohne Anpassungen. Zudem bemängelte er fehlende Prioritäten in Gesundheitspolitik und Finanzplänen.
Quellen
BDI-Chef sieht Standort Deutschland im “freien Fall”
Industriepräsident sieht Wirtschaftsstandort Deutschland »im freien Fall«