Frank Thelen hat mit dem Starteines börsengehandelten Fonds (ETF) auf das Thema Künstliche Intelligenz eine neue Phase seiner Investment-Strategie eingeläutet. Der in Bonn ansässige Investor und Unternehmer, der durch seine Rolle in der TV-Show „Höhle der Löwen“ weithin bekannt ist, bringt über seine Fondsgesellschaft TEQ Capital erstmals ein passivesProdukt auf den Markt. Der „1st IQ SICAV – TEQ – General Artificial Intelligence UCITS ETF“ ist in Luxemburgdomiziliert und richtet sich primär an Privatanleger in Deutschland und Europa.
Ein strategischer Schachzug im Retail-Segment
Die Entscheidung von Frank Thelen, einen ETF aufzulegen, ist kein Zufall, sondern folgt einer klaren Logik im deutschen Finanzmarkt. Während seine bisherigen Produkte – drei aktiv gemanagte Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund 80 Millionen Euro – eher institutionelle oder vermögende Privatkunden ansprachen, öffnet der ETF die Tür zur breiten Masse. ETFs gelten in Deutschland seit Jahren als das Anlageinstrument der Wahl für die Mittelschicht, getrieben durch niedrige Kosten, Transparenz und einfache Handelbarkeit.
Der neue Fonds bildet einen regelbasierten Index ab, der bis zu 100 Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von „General AI“ umfasst. Dazu gehören nicht nur bekannte Tech-Riesen, sondern auch Halbleiterhersteller, Rechenzentrums-Ausrüster und Cybersecurity-Firmen. Top-Positionen sind laut aktuellen Daten AMD, Oracle und Micron, während Nvidia überraschend nur auf Platz vier liegt. Die Einzelgewichte werden beim halbjährlichen Rebalancing auf maximal drei Prozent gedeckelt, um eine zu starke Konzentration auf wenige Mega-Caps zu vermeiden.
Performance und Reputation: Ein Comeback nach schwierigen Jahren
Die Historie von Frank Thelen als Fondsmanager war in den vergangenen Jahren nicht frei von Kontroversen. Anleger, die bei Launch seines Flaggschiff-Fonds „TEQ – Disruptive Technologies“ im September 2021 einstiegen, mussten zeitweise Verluste von bis zu 19 Prozent hinnehmen. Dies führte zu medialer Kritik und Fragen nach der Nachhaltigkeit seiner Investment-Thesen. Über einen Dreijahreszeitraum betrachtet, hat sich das Bild jedoch gewandelt: Der Fonds legte um rund 74 Prozent in Euro zu und notiert mittlerweile wieder über dem Ausgabepreis.
Der neue KI-ETF startete im Januar 2026 bei 25 Euro und verzeichnete bis Ende August einen Anstieg von rund 31 Prozent – mehr als das Doppelte der Performance des MSCI World im selben Zeitraum. Dennoch bleibt das verwaltete Vermögen mit knapp 16 Millionen Euro überschaubar. Ob Frank Thelen hier ähnliche Erfolge feiern kann wie der Autor Gerd Kommer, dessen ETF innerhalb kurzer Zeit die Milliardengrenze überschritt, hängt stark von der Vertrauensbildung bei den Anlegern ab.
Infrastruktur statt Hype: Die Philosophie hinter dem Produkt
Ein zentraler Unterschied zu vielen anderen KI-Fonds liegt in der Philosophie von Frank Thelen: Statt auf einzelne KI-Software-Unternehmen zu setzen, die oft stark bewertungsgetrieben sind, fokussiert der ETF auf die physische Infrastruktur der KI-Revolution. „KI braucht Beton, Chips und Strom“, lautet die Prämisse. Der Index unterteilt den Markt in fünf Segmente: KI-Modell-Entwickler und Cloud-Anbieter, KI-Chips, Halbleiterfertigung, Recheninfrastruktur sowie Datenplattformen und IT-Sicherheit.
Diese Strategie spiegelt die Erkenntnis wider, dass der langfristige Wertzuwachs weniger bei den Anwendungsentwicklern, sondern bei denjenigen liegt, die die Hardware und Energie bereitstellen. Rechenzentren benötigen enorme Strommengen, KI-Chips erfordern hochspezialisierte Fertigungskapazitäten, und die Datenübertragung braucht sichere Netzwerke. Frank Thelen positioniert sich damit als Investor, der die materiellen Grundlagen der digitalen Transformation versteht – eine Haltung, die ihn auch in seiner TV-Präsenz als „Höhle der Löwen“-Juror auszeichnet.
Kosten und Struktur: Was Anleger wissen müssen
Die Gesamtkostenquote (TER) des ETFs liegt bei 0,69 Prozent pro Jahr – ein Wert, der im Vergleich zu breiten Markt-ETFs wie dem MSCI World (ca. 0,20 Prozent) höher ist, aber für thematische Spezialfonds im KI-Bereich als marktüblich gilt. Der Fonds wird von Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. verwaltet und ist an der Deutschen Börse sowie auf Xetra handelbar. Die Mindestanlage entspricht einem Anteilspreis von aktuell rund 33 Euro.
Ein weiterer Aspekt ist die Transparenz: Der Index wird nur zweimal jährlich – im April und Oktober – rebalanciert. Das reduziert Transaktionskosten, bedeutet aber auch, dass kurzfristige Marktverschiebungen nicht sofort abgebildet werden. Für langfristige Anleger, die auf den strukturellen Wachstumstrend der KI-Infrastruktur setzen wollen, ist dies jedoch ein akzeptabler Kompromiss. Frank Thelen selbst hat nach eigenen Angaben mindestens eine Million Euro in den ETF investiert, was als Signal für sein eigenes Vertrauen gewertet werden kann.
Zukunftsperspektiven: KI als Megatrend der nächsten Dekade
Die Einführung des ETFs fällt in eine Phase, in der Künstliche Intelligenz als einer der definierenden Megatrends des 21. Jahrhunderts gilt. Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Rechenleistung, Speicher und Energie in den kommenden Jahren exponentiell steigen wird – getrieben durch Anwendungen wie autonome Fahrzeuge, medizinische Diagnostik, industrielle Automatisierung und generative KI-Modelle. Frank Thelen hat General AI mehrfach als „größte Erfindung der Menschheit“ bezeichnet und sieht im ETF eine Möglichkeit, Privatanleger an diesem Wandel teilhaben zu lassen.
Gleichzeitig birgt das Thema Risiken: Regulierungsfragen, geopolitische Spannungen im Halbleiterbereich und die Gefahr von Überbewertungen sind Faktoren, die Anleger im Blick behalten müssen. Der Ansatz von Frank Thelen, durch Diversifikation und Gewichtungsgrenzen diese Risiken zu streuen, ist daher ein wichtiger Baustein der Produktarchitektur. Ob der ETF langfristig die Performance der aktiv gemanagten Fonds übertreffen wird, bleibt abzuwarten – doch die strategische Ausrichtung auf die Infrastruktur der KI gibt dem Produkt eine klare Identität.
Die Person hinter dem Produkt: Wer ist Frank Thelen?
Für viele Anleger ist die Frage „Wer ist Frank Thelen?“ entscheidend für die Vertrauensbildung. Der 1975 geborene Unternehmer gründete bereits in jungen Jahren erfolgreiche Tech-Firmen wie Freenet und verkaufte sie später mit erheblichem Gewinn. Seit 2015 ist er als Investor in der TV-Show „Höhle der Löwen“ tätig, wo er durch seine direkte Art und tech-affine Investments bekannt wurde. Gerüchte über eine Privatinsolvenz („Frank Thelen Privatinsolvent“) wurden in der Vergangenheit mehrfach widerlegt und gelten als haltlos.
Neben seiner Rolle als Investor engagiert sich Frank Thelen in der Förderung von Start-ups und bildet junge Talente durch seine „Freigeist Foundation“ aus. Seine Medienpräsenz, kombiniert mit nachweisbaren Erfolgen im Tech-Sektor, macht ihn zu einer einzigartigen Figur im deutschen Finanzmarkt. Die Frage, ob er das gleiche Vertrauen wie Gerd Kommer genießen wird, bleibt offen – doch mit dem KI-ETF hat er ein Produkt geschaffen, das sowohl inhaltlich als auch strukturell überzeugt.
Fazit: Ein ETF mit klarer Vision, aber auch mit Risiken
Der Start des TEQ-KI-ETFs durch Frank Thelen markiert einen wichtigen Schritt in der Professionalisierung seiner Investment-Plattform. Das Produkt bietet Anlegern eine strukturierte Möglichkeit, am Wachstum der KI-Infrastruktur teilzuhaben, ohne auf einzelne Gewinner wetten zu müssen. Die Kosten sind für ein thematisches Produkt angemessen, die Transparenz hoch und die Philosophie nachvollziehbar.
Doch wie bei jedem Investment gilt: Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft. Anleger sollten den ETF als Baustein in einem diversifizierten Portfolio sehen und nicht als Allheilmittel. Für alle, die an die langfristige Transformation durch KI glauben und auf die materiellen Grundlagen dieser Revolution setzen wollen, ist der Ansatz von Frank Thelen jedoch eine interessante Option.
Quellen
German investor Frank Thelen launches AI ETF
TEQ – General Artificial Intelligence EUR UCITS ETF (Acc) TGAI






