30.09.2026
4 Minuten Lesezeit

Frank Thelen und der KI-ETF: Warum dieser Schritt den deutschen Retail-Markt verändern könnte

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@2026 etfstream

Frank Thelen betritt mit seinem erstenETF eine neue Liga – und setzt damit ein klares Signal: Künstliche Intelligenz ist nicht mehr nur ein Thema für Tech-Enthusiasten, sondern wird zum Mainstream-Investment. Die Bonner Fondsboutique TEQ Capital, gegründet vom bekannten Seriengründer und Investor, hat Ende2025 den „1st IQ SICAV – TEQ – General Artificial Intelligence UCITS ETF“ in Luxemburg aufgelegt. Damit erweitert Frank Thelen sein Produktangebot um ein passives Instrument, das gezielt Privatanleger ansprechen soll. Doch was bedeutet dieser Schritt wirklich – für Anleger, für den ETF-Markt in Deutschland und für die Art und Weise, wie wir über KI-Investments denken?

Warum dieser ETF mehr ist als nur ein weiteres Produkt

Der neue ETF von Frank Thelen ist keine bloße Erweiterung des bestehenden Fondsangebots von TEQ Capital. Er markiert einen strategischen Wendepunkt. Bisher verwaltete die Boutique rund 80 Millionen Euro in drei aktiv gemanagten Fonds – mit dem Flaggschiff „TEQ – Disruptive Technologies“ (ca. 66 Millionen Euro). Doch aktive Fonds sprechen in Deutschland oft eine begrenzte Zielgruppe an. ETFs hingegen sind bei privaten Investoren seit Jahren extrem populär:成本低, transparent, einfach handelbar.

Mit dem KI-ETF positioniert sich Frank Thelen genau in diesem wachsenden Segment. Der Fonds repliziert einen eigens entwickelten Index, der Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von „General AI“ abbildet – also nicht nur reine KI-Softwarefirmen, sondern auch Hardware-Hersteller, Cloud-Infrastrukturanbieter und Datenverarbeiter. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,69 Prozent, was im Vergleich zu anderen thematischen ETFs wettbewerbsfähig ist.

Doch die eigentliche Bedeutung liegt tiefer: Frank Thelen nutzt hier seine Medienpräsenz – bekannt aus „Höhle der Löwen“, zahlreichen TV-Auftritten und Social-Media-Aktivitäten –, um ein komplexes Thema wie KI-Investments für die breite Masse zugänglich zu machen. Ähnlich wie beim Gerd Kommer ETF, der innerhalb kurzer Zeit die Milliardengrenze überschritt, könnte auch hier die persönliche Marke den entscheidenden Unterschied machen.

Wer ist Frank Thelen – und warum vertrauen ihm Anleger?

Die Frage „Wer ist Frank Thelen?“ stellt sich nicht nur Neueinsteigern. Der 1975 geborene Unternehmer gilt als einer der sichtbarsten Investoren Deutschlands. Als Gründer von Multiple Start-ups, Buchautor und regelmäßiger Gast in Talkshows hat er sich eine einzigartige Plattform aufgebaut. Seine Investmentboutique TEQ Capital (ehemals 10xDNA) fokussiert sich auf Zukunftstechnologien – von KI über Robotik bis hin zu Biotech.

Doch das Vertrauen in Frank Thelen ist nicht ungeteilt. Kritiker verweisen auf die gemischte Performance seiner Fonds: Anleger, die 2021 beim Launch des „Disruptive Technologies“-Fonds einstiegen, stehen aktuell noch im Minus von rund 19 Prozent. Über drei Jahre betrachtet, liegt die Rendite jedoch bei etwa 74 Prozent – ein Bild, das deutlich positiver ausfällt. Diese Ambivalenz prägt die öffentliche Wahrnehmung: Einige sehen in ihm einen visionären Vordenker, andere einen medienwirksamen Vermarkter mit schwankender Track Record.

Trotzdem: Die Kombination aus Fachwissen, Medienpräsenz und jetzt auch einem leicht zugänglichen ETF-Produkt macht Frank Thelen zu einem einzigartigen Akteur im deutschen Retail-Markt. Ob er das gleiche Vertrauenskapital wie Gerd Kommer aufbauen kann, bleibt abzuhalten – doch die Voraussetzungen sind gegeben.

KI-Investments: Hype oder langfristige Chance?

Der Fokus auf „General Artificial Intelligence“ ist kein Zufall. KI durchdringt mittlerweile fast alle Wirtschaftsbereiche – von der Medizin über die Logistik bis hin zur Finanzwelt. Der TEQ-ETF setzt dabei auf einen breiten Ansatz: Statt nur auf wenige reine KI-Player zu setzen, bildet er ein diversifiziertes Portfolio aus Unternehmen, die in unterschiedlichen Stufen der KI-Wertschöpfungskette tätig sind.

Das Rebalancing findet halbjährlich statt – im April und Oktober –, was sicherstellt, dass das Portfolio aktuell bleibt und neue Marktführer aufnehmen kann. Für Anleger bedeutet das: Sie partizipieren am Megatrend KI, ohne selbst einzelne Aktien auswählen oder ständig nachjustieren zu müssen.

Doch hier liegt auch die Herausforderung: KI ist ein volatiles Thema. Technologische Durchbrüche, regulatorische Änderungen oder geopolitische Spannungen können die Branche schnell beeinflussen. Ein thematischer ETF wie dieser bietet zwar Zugang, aber keine Garantie für stabile Renditen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass sie hier in einen hochdynamischen, teilweise spekulativen Sektor investieren.

Die Rolle von Quant42: Zertifikate als Alternative zum ETF

Parallel zum ETF-Launch hat Frank Thelen eine weitere Initiative gestartet: die Partnerschaft mit Michael Geke, CEO des Fintechs Quantmade. Gemeinsam mit der UBS bringen sie unter der Marke „Quant42“ KI-gesteuerte Zertifikate auf den Markt. Diese Produkte zielen darauf ab, quantitative Strategien – bisher institutionellen Investoren vorbehalten – auch Privatanlegern zugänglich zu machen.

Im Gegensatz zum ETF unterliegen Zertifikate weniger strengen Regulierungen. Das ermöglicht mehr Flexibilität bei der Portfolioallokation: Die KI kann täglich Aktien aus dem S&P 100 und Nasdaq 100 screenen, Long- oder Short-Positionen eingehen und im Zweifel sogar komplett in Cash wechseln. Zwei Produkte stehen zur Verfügung: „Quant42 Core“ (moderat, empfohlene Haltedauer: mindestens zwei Jahre) und „Quant42 Plus“ (offensiver, höheres Risiko).

Doch diese Flexibilität hat ihren Preis: Zertifikate gelten als risikoreicher als Fonds oder ETFs – nicht zuletzt wegen des Emittentenrisikos. Dass die UBS als Emittentin fungiert, soll hier Vertrauen schaffen. Für Frank Thelen ist dies ein weiterer Baustein, um sein Angebot für Privatanleger zu erweitern – und gleichzeitig seine Reichweite über den klassischen ETF-Markt hinaus zu vergrößern.

Zukunftsausblick: Was bedeutet das für den deutschen ETF-Markt?

Der Einstieg von Frank Thelen in den ETF-Markt könnte eine Welle nach sich ziehen. Andere medienpräsente Investoren oder Influencer könnten folgen – und damit den deutschen Retail-Markt weiter professionalisieren, aber auch kommerzialisieren. Die Grenze zwischen Finanzbildung und Marketing wird dabei zunehmend fließend.

Für Anleger bedeutet das: Mehr Auswahl, mehr Transparenz – aber auch mehr Verantwortung. Wer in einen KI-ETF von Frank Thelen investiert, sollte nicht nur auf die Marke setzen, sondern auch die zugrundeliegende Strategie, die Kostenstruktur und die Risiken verstehen. Thematische ETFs sind kein Allheilmittel – sie sind Werkzeuge, die im Kontext eines diversifizierten Portfolios sinnvoll eingesetzt werden können.

Langfristig könnte der TEQ-KI-ETF dazu beitragen, das Thema KI-Investments in Deutschland zu demokratisieren. Statt nur über Start-ups oder Einzelaktien zu sprechen, erhalten Privatanleger nun ein Instrument, um breit am Megatrend zu partizipieren. Ob Frank Thelen damit langfristig erfolgreich ist, hängt nicht nur von der Performance ab – sondern auch davon, wie gut er es schafft, Vertrauen aufzubauen und seine Anleger nachhaltig zu informieren.

Fazit: Ein mutiger Schritt mit Potenzial – aber keine Abkürzung

Der Launch des ersten ETFs durch Frank Thelen ist mehr als nur eine Produktneuheit. Es ist ein Statement: KI ist reif für den Massenmarkt. Und Frank Thelen positioniert sich als Brückenbauer zwischen komplexer Technologie und verständlichem Investment.

Doch Anleger sollten eines nicht vergessen: Auch hinter einem ETF steckt keine Garantie. Die Performance hängt von der Entwicklung der KI-Branche ab – und die ist, wie alle Technologietrends, von Unsicherheiten geprägt. Wer investiert, sollte langfristig denken, Risiken verstehen und nicht allein auf die Bekanntheit von Frank Thelen setzen.

Insgesamt ist dieser Schritt ein Gewinn für den deutschen ETF-Markt – und ein Testfall dafür, ob Medienpräsenz und Fachkompetenz langfristig genug sind, um das Vertrauen von Privatanlegern zu gewinnen. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Frank Thelen damit nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch nachhaltige Renditen generieren kann.

Quellen

Der deutsche Investor Frank Thelen bringt einen KI-ETF auf den Markt
TEQ – General Artificial Intelligence EUR UCITS ETF (Acc)

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