Brüssel – Die Europäische Union will ihre Industriepolitik neu ausrichten, um die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen zu sichern. Industriekommissar Stéphane Séjourné forderte bei einem Treffen in Brüssel, Produkte und Technologien mit dem Label „Made in Europe“ künftig stärker zu fördern. Besonders in strategisch relevanten Branchen wie Energie, Halbleitern oder Verteidigung müsse Europa unabhängiger werden.
Strategische Sektoren im Fokus
Laut Séjourné sollen Investitionen und öffentliche Aufträge prioritär an europäische Hersteller vergeben werden. Damit reagiert die EU auf zunehmenden globalen Wettbewerbsdruck – vor allem aus China und den USA, wo staatliche Subventionen nationale Industrieprojekte massiv unterstützen. Die EU-Kommission will verhindern, dass Schlüsseltechnologien und Wertschöpfungsketten ins Ausland abwandern.
„Made in Europe“ als wirtschaftspolitisches Signal
Das Label „Made in Europe“ soll zu einem neuen Qualitätssiegel werden, das sowohl wirtschaftliche als auch sicherheitspolitische Interessen fördert. Durch gezielte Förderprogramme, günstige Rahmenbedingungen und vereinfachte Genehmigungsverfahren möchte die EU-Kommission die Attraktivität europäischer Produktionsstandorte erhöhen.
Séjourné betonte, dass Europa seine industrielle Stärke nur dann erhalten könne, wenn Innovation, Nachhaltigkeit und Sicherheit gemeinsam gedacht werden. „Unsere Wirtschaft braucht Schutzräume, keine Abschottung“, sagte der Kommissar.
Hintergrund: Europäische Industriepolitik im Wandel
Bereits im vergangenen Jahr hatte die EU-Kommission angekündigt, Industrieprojekte von „gemeinsamem europäischem Interesse“ stärker zu unterstützen. Zudem arbeitet Brüssel am sogenannten Net-Zero Industry Act, der die Produktion klimaneutraler Technologien in Europa ankurbeln soll. Auch der „Critical Raw Materials Act“ zielt darauf ab, Abhängigkeiten von Rohstoffimporten zu verringern.
Quellen
EU wirbt für “Made in Europe”
“Made in Europe”-Strategie gefordert

