28.09.2026
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Winterreifen-Debakel 2026: Warum die meisten Modelle in der Größe 185/65 R15 durchfallen – und welche Alternativen wirklich zählen

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@2026 ADAC

Ganzjahresreifen stehen im Herbst2026 plötzlich wieder im Fokus, nachdem der aktuelle ADAC-Winterreifentest ein ernüchterndes Bild zeichnet: Von 16 geprüften Winterreifen in der populären Kleinwagen-Dimension 185/65 R15 erhalten nur zwei die Gesamtnote „gut”, während neun Modelle als nicht empfehlenswert eingestuft werden. DiesesErgebnis ist mehr als eine bloße Testnotiz – es wirftein Schlaglicht auf tieferliegende Probleme im Reifenmarkt und zwingt Autofahrerinnen und Autofahrer dazu, ihre Strategie für die kalte Jahreszeit grundlegend zu überdenken.

Ein Test mit Signalwirkung: Warum dieses Ergebnis alarmiert

Der ADAC hat für den Winter 2026 insgesamt 32 Reifenmodelle in zwei gängigen Dimensionen geprüft – darunter 16 Winterreifen der Größe 185/65 R15, die bei Klein- und Kompaktwagen wie dem VW Polo, Opel Corsa oder Ford Fiesta weit verbreitet ist. Das Resultat: Nur der Continental WinterContact TS 870 (Gesamtnote 2,2) und der Michelin Alpin 7 (2,5) erreichen das Prädikat „gut”. Fünf weitere Modelle landen im befriedigenden Bereich, während neun Reifen – sechs mit „ausreichend” und drei mit „mangelhaft” – klar durchfallen.

Besonders beunruhigend ist die Diskrepanz zwischen den Spitzenmodellen und dem unteren Feld. Während der Testsieger auf nasser Fahrbahn eine Teilnote von 1,8 erzielt und beim Bremsen auf Nässe bis zu 18 Meter weniger Bremsweg benötigt als die Schlusslichter, zeigen Modelle wie der Sunny Winter-max NW611, der Atlas Polarbear HP oder der Rockblade Rock 868S gravierende Schwächen – trotz teils akzeptabler Werte auf Schnee. Das bedeutet im Klartext: Wer zu einem der durchgefallenen Reifen greift, riskiert im Ernstfall deutlich längere Bremswege und reduzierte Kontrolle – besonders auf der in Mitteleuropa häufigen nassen Fahrbahn.

Die Schwachstellen: Wo die meisten Reifen scheitern

Die ADAC-Experten identifizieren drei Hauptprobleme bei den durchgefallenen Modellen. Erstens leiden viele Reifen unter einer insgesamt niedrigen Laufleistung. Während der Continental WinterContact TS 870 rund 34.300 Kilometer und der Michelin Alpin 7 etwa 33.100 Kilometer erreicht, liegen einige No-Name-Produkte deutlich darunter – teilweise unter 20.000 Kilometern. Das treibt die Kosten pro gefahrenem Kilometer in die Höhe und relativiert scheinbare Preisvorteile beim Kauf.

Zweitens zeigen zahlreiche Reifen Defizite auf nasser und trockener Fahrbahn. Da Autofahrerinnen und Autofahrer auch im Winterhalbjahr überwiegend auf nicht verschneiten Straßen unterwegs sind, ist diese Schwäche besonders problematisch. Ein Reifen, der nur auf Schnee überzeugt, aber bei Regen oder trockener Kälte versagt, bietet keine umfassende Sicherheit.

Drittens fällt die Umweltbilanz vieler Modelle schwach aus. Der ADAC bewertet neben der Fahrsicherheit auch den Kraftstoffverbrauch und den Abrieb – beides Faktoren, die direkt in die CO₂-Bilanz eines Fahrzeugs einfließen. Schlechte Werte hier bedeuten nicht nur höhere Spritkosten, sondern auch eine größere Umweltbelastung.

Die Testsieger im Detail: Continental und Michelin setzen den Standard

Der Continental WinterContact TS 870 führt das Feld mit einer Gesamtnote von 2,2 an und erhält für die Fahrsicherheit sogar die Bestnote 2,0. Seine Stärken liegen in der ausgewogenen Performance: Auf nasser Fahrbahn erzielt er 1,8 Punkte, auf Schnee und Eis 2,3 Punkte und überzeugt zudem mit einer ordentlichen Laufleistung von über 34.000 Kilometern. Der Preis liegt bei rund 80 Euro pro Reifen – ein fairer Wert für die gebotene Sicherheit.

Der Michelin Alpin 7 folgt mit 2,5 Punkten Gesamtnote und gilt ebenfalls als uneingeschränkt empfehlenswert. Er zeigt leichte Schwächen beim Handling auf Schnee, bietet aber eine ähnlich gute Umweltbilanz wie der Continental. Auch er kostet etwa 80 Euro und stellt eine solide Alternative dar.

Im Mittelfeld finden sich Modelle wie der Hankook Winter i*cept RS3 (3,1), der Linglong Sport Master Winter (3,1) oder der Goodyear UltraGrip Performance 3 (3,3). Diese Reifen sind nicht durchgefallen, erreichen aber nicht das Niveau der Spitzenreiter – besonders bei der Laufleistung und der Nassperformance zeigen sich Abstriche.

Ganzjahresreifen als Alternative: Nur einer überzeugt rundum

Angesichts der enttäuschenden Winterreifen-Ergebnisse rücken ganzjahres reifen wieder in den Fokus. Der ADAC hat parallel 16 Ganzjahresreifen der gleichen Dimension getestet – und auch hier fällt das Urteil gemischt aus. Nur ein Modell erhält die Gesamtnote „gut”: der Continental AllSeasonContact 2 mit 2,3 Punkten.

Dieser ganz jahres reifen bietet durchweg solide Fahr- und Bremsleistungen auf allen Untergründen – trocken, nass und winterlich. Seine Umweltbilanz ist mit 2,6 Punkten zufriedenstellend, und die Laufleistung liegt im akzeptablen Bereich. Der Preis von etwa 84 Euro pro Reifen ist vergleichbar mit den Top-Winterreifen.

Weitere empfehlenswerte ganzen jahr reifen sind der Pirelli Cinturato All Season SF3 (2,6) und der Michelin CrossClimate 2 (ebenfalls 2,6). Beide verpassen die Note „gut” knapp, gelten aber dennoch als gute Alternativen – besonders für Fahrerinnen und Fahrer, die nicht in extrem schneereichen Regionen unterwegs sind.

Acht Modelle im ganzjahres reifen-Test fallen jedoch ebenfalls durch, darunter der Nexen N’Blue 4Season 2, der Dunlop All Season 2 und der Milever All Season Versat MC545. Diese Reifen zeigen deutliche Defizite auf trockener und nasser Fahrbahn und werden vom ADAC nicht zum Kauf empfohlen.

Für welche Fahrzeuge ist 185/65 R15 relevant?

Die getestete Reifengröße 185/65 R15 passt auf eine Vielzahl von Klein- und Kompaktwagen, darunter Modelle wie den VW Polo, Opel Corsa, Ford Fiesta, Renault Clio, Toyota Yaris oder Skoda Fabia. Auch einige Fahrzeuge der unteren Mittelklasse können mit dieser Dimension ausgestattet sein. Wer einen dieser Wagen fährt, steht nun vor der Entscheidung: Welcher Reifen bietet die beste Sicherheit zum fairen Preis?

ADAC-Empfehlung: „Von O bis O” – aber mit dem richtigen Reifen

Die alte Faustregel „Von Oktober bis Ostern” gilt weiterhin: In diesem Zeitraum sollten Sommerreifen durch wintertaugliche Modelle ersetzt werden. Doch der aktuelle Test zeigt, dass nicht jeder Reifen mit der Kennzeichnung „Winterreifen” auch tatsächlich sichere Fahrt bei allen Bedingungen garantiert.

Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zum Continental WinterContact TS 870 oder zum Michelin Alpin 7. Beide bieten ausgewogene Performance auf allen Untergründen und eine solide Laufleistung. Für Fahrerinnen und Fahrer, die den saisonalen Wechsel umgehen möchten, ist der Continental AllSeasonContact 2 als ganzjahres reifen die beste Wahl – er ist der einzige Allwetterreifen im Test, der auf allen Fahrbahnbelägen überzeugt.

Fazit: Qualität hat ihren Preis – und sie lohnt sich

Der ADAC-Winterreifentest 2026 macht eines deutlich: Beim Reifenkauf sollte nicht der Preis das einzige Kriterium sein. Die Unterschiede zwischen den Modellen sind enorm – und im Ernstfall können wenige Meter Bremsweg über Schaden oder Unfall entscheiden. Wer zu einem der durchgefallenen Reifen greift, spart vielleicht beim Kauf, riskiert aber höhere Kosten durch geringere Laufleistung, höheren Kraftstoffverbrauch und vor allem reduzierte Sicherheit.

Die Investition in einen hochwertigen Winterreifen oder einen empfehlenswerten ganz jahres reifen zahlt sich also aus – nicht nur finanziell, sondern vor allem in puncto Sicherheit. In einer Zeit, in der die Wetterbedingungen immer unberechenbarer werden, ist das ein Gewinn, auf den niemand verzichten sollte.

Quellen

ADAC Winterreifentest 185/65 R15: Die Unterschiede sind groß
Schwache Ergebnisse beim ADAC Winterreifentest


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