29.09.2026
4 Minuten Lesezeit

Altweibersommer 2026: Warum die Großwetterlage Deutschland noch einmal sommerliche Wärme schenkt

altweibersommer-2026-grosswetterlage-waerme
@2026 dpa

Der Altweibersommer 2026 hat Deutschland fest im Griff – und die aktuelle Großwetterlage sorgt dafür, dass sich diese ungewöhnlich warme Phase noch mehrere Tage halten wird. Während der Norden teilweise unter dichteren Wolkenfeldern liegt, steigen die Temperaturen im Südenund Südwesten auf sommerliche Werte von bis zu 31 Grad. Doch was steckt meteorologisch hinter diesem Phänomen, und wie lange können wir uns noch über spätsommerliches Wetter freuen?

Was bedeutet Großwetterlage für den Altweibersommer?

Die aktuelle Großwetterlage wird von einem stabilen Hochdrucksystem dominiert, das feuchte Atlantiktiefs effektiv auf Distanz hält. Diese blockierende Wetterkonstellation ist typisch für den Altweibersommer, eine meteorologische Singularität, die statistisch gehäuft zwischen Mitte September und Mitte Oktober auftritt.

Meteorologisch betrachtet muss der Deutsche Wetterdienst vier Kriterien erfüllen, damit offiziell von einem Altweibersommer gesprochen werden kann: Der Zeitraum muss zwischen Mitte September und dem 10. Oktober liegen, die Phase muss mindestens drei Tage andauern, die Höchstwerte müssen mindestens vier Grad über dem langjährigen Mittel liegen und es müssen zwei Drittel der astronomisch möglichen Sonnenscheindauer erreicht werden. Für die aktuelle Wetterlage liegt die Eintrittswahrscheinlichkeit bei rund 80 Prozent.

Die Großwetterlage begünstigt dabei besonders den Süden und Südwesten Deutschlands. Während im Norden zeitweise dichtere Wolken und stellenweise Schauer möglich sind, scheint im Süden häufig die Sonne. Im Südwesten erwarten Meteorologen bis zu 31 Grad, andernorts klettern die Thermometer auf 22 bis 29 Grad im Süden und 21 bis 27 Grad im Norden.

Wie lange hält der Altweibersommer 2026 an?

Nach aktuellen Prognosen wird sich der Altweibersommer voraussichtlich bis zur Wochenmitte halten. Vor allem in den Niederungen im Südwesten sind mehrere Tage mit Höchstwerten um 30 Grad zu erwarten, erklärt DWD-Meteorologe Nico Bauer. Erst in der zweiten Wochenhälfte nimmt die Wahrscheinlichkeit für Schauer und Gewitter von Westen her allmählich zu.

Die neue Woche bringt zunächst ähnliche Temperaturen und dazu etwas mildere Nächte. Insbesondere nach Süden hin gibt es am Montag häufig Sonnenschein und wieder bis zu 31 Grad im Südwesten. Meist wird es maximal 23 bis 29 Grad warm. Im Norden und Nordwesten sind allerdings stellenweise Schauer möglich.

Auch das Wetter morgen Montag verspricht noch spätsommerliche Werte, bevor sich die Lage allmählich verändert. Dort kann es am Dienstag anfangs etwas nass werden, insgesamt steht aber ein trockener und heiterer bis sonniger Tag an, an dem es wieder spätsommerlich warm wird.

Warum wird es gerade im Südwesten so warm?

Die regionale Verteilung der Temperaturen ist kein Zufall, sondern direkt mit der aktuellen Großwetterlage verknüpft. Das blockierende Hochdrucksystem positioniert sich so, dass warme Luftmassen bevorzugt in den Südwesten Deutschlands gelenkt werden. Besonders die Niederungen im Südwesten profitieren von dieser Konstellation.

Diese asymmetrische Verteilung ist charakteristisch für viele Altweibersommer-Phasen. Während der Norden anfälliger für Regen und kühle Luft bleibt, stehen die Chancen auf sonnige Tage im Süden Deutschlands besonders gut. Das erklärt auch, warum das Wetter in großenbrode und anderen norddeutschen Regionen oft kühler und wechselhafter ausfällt als beispielsweise am Oberrhein.

Wetter in den nächsten 2 Wochen: Was kommt nach dem Altweibersommer?

Blickt man auf das Wetter in den nächsten 2 Wochen, zeichnet sich ein allmählicher Übergang zu herbstlicheren Verhältnissen ab. Ab dem 1. Oktober deuten die Modelle auf eine Wetterumstellung hin. Infolge daraus gelangen Ausläufer der Frontalzone vom Atlantik nach Deutschland und sorgen im Zeitraum vom 1. bis 4. Oktober für zeitweiligen Niederschlag.

Die Temperaturen gehen vom 1. Oktober mit 20 bis 25 Grad bis zum 4. Oktober auf 14 bis 18 Grad zurück und können bei längerer Sonnenscheindauer noch bis 20 Grad erreichen. Im weiteren Verlauf dreht der Wind auf östliche Richtungen und lässt die Temperaturen weiter sinken.

Trotz dieses Rückgangs bleibt das Temperaturniveau Anfang Oktober mit einer Anomalie zwischen 2 und 4 Grad weiterhin für die Jahreszeit zu warm. Die Hochdruckdominanz wird mit einer höheren Wahrscheinlichkeit noch bis Mitte Oktober zu einer anhaltenden Niederschlagsarmut führen.

Der Altweibersommer im Klimakontext

Der September 2026 zeigt sich insgesamt überdurchschnittlich warm. Die aktuelle Durchschnittstemperatur im September 2026 beträgt 15,6 Grad Celsius. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 2,3 Grad.

Im September 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 35,9 Liter pro Quadratmeter registriert werden, was die aktuelle Trockenphase unterstreicht. Diese Niederschlagsarmut ist charakteristisch für die aktuelle Großwetterlage mit ihrem blockierenden Hochdrucksystem.

Prognosen für den gesamten Herbst 2026 zeigen einen zu warmen Trend. Das europäische ECMWF-Modell zeigt derzeit für den Herbst 2026 zu warme Temperaturen für ganz Deutschland an. 1 bis 2 Grad soll der Unterschied zu den durchschnittlichen Temperaturen insgesamt betragen.

Was bedeutet das für die kommenden Tage?

Für die unmittelbare Zukunft heißt das: Genießen Sie die noch verbleibenden spätsommerlichen Tage. Das Wetter waren 3 Tage lang stabil warm, und diese Phase setzt sich fort. Besonders für Aktivitäten im Freien, Ausflüge und das letzte Sonnenbaden bietet sich jetzt eine hervorragende Gelegenheit.

Die aktuelle Großwetterlage sorgt dafür, dass einem sonnigen Wiesn-Wochenende nichts mehr im Wege steht. Auch für andere Outdoor-Aktivitäten in den kommenden Tagen sind die Bedingungen ideal.

Allerdings sollten Sie sich auf eine allmähliche Wetterverschlechterung in der zweiten Wochenhälfte einstellen. Die Wahrscheinlichkeit für Schauer und Gewitter nimmt von Westen her zu, und die Temperaturen werden langsam, aber sicher in Richtung herbstlicher Normalwerte zurückkehren.

Fazit: Eine bemerkenswerte Spätsommer-Phase

Der Altweibersommer 2026 wird in die meteorologischen Annalen eingehen als eine besonders ausgeprägte und langanhaltende Schönwetterphase. Die aktuelle Großwetterlage mit ihrem blockierenden Hochdrucksystem hat Deutschland noch einmal sommerliche Temperaturen beschert, die für Ende September außergewöhnlich sind.

Nutzen Sie die verbleibenden Tage, um das spätsommerliche Wetter zu genießen – denn nach der aktuellen Prognose wird es in der zweiten Wochenhälfte allmählich unbeständiger und herbstlicher. Die Großwetterlage wird sich umstellen, und mit ihr kehrt der typische Frühherbst mit mehr Niederschlag und niedrigeren Temperaturen nach Deutschland zurück.

Quellen

Wie lang hält sich der Altweibersommer?
Altweibersommer am Oberrhein: Dekadenrekord in Reichweite






zoo-atlanta-neue-pandas
Vorherige Geschichte

Zwei neue Pandabären für das Zoo Atlanta: Ein Meilenstein für Artenschutz und internationale Freundschaft

Neueste von Blog

Geh zuOben