15.12.2025
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Kollision der Nationalprioritäten: Wie Deutschlands „First“-Politik auf Trump reagiert

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„America First“ definiert die Politik von US-Präsident Donald Trump, der seit seiner Amtseinführung im Januar 2025 protektionistische Maßnahmen priorisiert, um nationale Interessen zu stärken. Dazu gehören pauschale Importzölle von 10 bis 20 Prozent auf EU-Waren, Senkung der Unternehmenssteuer auf 15 Prozent für US-Produktion und Deregulierung in Energie sowie Finanzsektoren. Diese Agenda zielt auf Reduzierung des Handelsdefizits ab und macht den US-Markt für deutsche Exporteure unattraktiver.

Aufstieg des „Germany First“

Unter Kanzler Friedrich Merz, im Amt seit Mai 2025, entwickelt sich eine „Germany First“-Haltung als Antwort auf Trumps Kurs. Merz exemptiert Verteidigungsausgaben über 1 Prozent des BIP von der Schuldenbremse und schafft einen 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturfonds für Resilienz in Energie, Digitalisierung und Verkehr. Dies stärkt Deutschlands geopolitische Unabhängigkeit und reagiert auf US-Zölle, die einen Wirtschaftsrückgang von 1 bis 1,5 Prozent prognostizieren.

Handelskonflikt und wirtschaftliche Folgen

Das US-EU-Abkommen von August 2025 begrenzt Zölle auf 15 Prozent für Autos und Pharma, während Stahl bei 50 Prozent bleibt; die EU schafft im Gegenzug Industriezölle ab und importiert mehr US-Energie. Dennoch droht eine Eskalation, da Trump Vergeltungszölle bis 100 Prozent androht, was deutsche Exporte in Maschinenbau und Auto trifft – rund 10 Prozent des deutschen Außenhandels. Deutsche Firmen bauen Lager in den USA auf und verlagern Produktion, um Zölle zu umgehen.

Politische und sicherheitspolitische Spannungen

Trumps National Security Strategy kritisiert Europa scharf, fördert rechte Parteien und blockiert NATO-Erweiterungen, was Berlin zu mehr Eigenständigkeit zwingt. Merz’ Zeitenwende 2.0 positioniert Deutschland als EU-Gegenpol zu Washington, mit Fokus auf Osteuropa und China-Kritik. AfD-Kontakte zu US-Republicans unterstreichen ideologische Überschneidungen bei „First“-Nationalismus.

​Quellen

“America First” trifft “Germany First”
Die Ortsgruppe der Jungen Republikaner plant, einen rechtsextremen deutschen Politiker nach einem „Ich liebe Hitler“-Chat zu empfangen.

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