Seit der konstituierenden Sitzung am 25. März 2025 haben Bundestagsabgeordnete insgesamt 1424 entschuldigte Fehlzeiten angesammelt, wobei Mutterschutz und Reisen nicht einbezogen sind. Besonders auffällig sind die Abwesenheiten an Freitagen, wo durchschnittlich 41 Abgeordnete fehlen, im Vergleich zu 29 an Donnerstagen, 24 mittwochs und 21 dienstags. Diese Bilanz basiert auf einer Auswertung des Magazins „Politik & Kommunikation“, die von „Bild am Sonntag“ veröffentlicht wurde.
Fehlzeiten nach Fraktionen
Die Linksfraktion weist die höchste Quote auf mit 9,2 Prozent Fehlzeiten relativ zur Fraktionsgröße, gefolgt von Grünen (5,8 Prozent) und AfD (5,7 Prozent). SPD und Union schneiden besser ab mit 3,1 bzw. 2,8 Prozent. Am Freitag fehlen pro Abgeordneter im Schnitt 1,7 Tage bei der Linken, 1,3 bei der AfD und 1,2 bei den Grünen.
Häufigkeit freitags
Bei 13 Freitagssitzungen fehlten durchschnittlich deutlich mehr Parlamentarier als an anderen Wochentagen, was ein klares Muster zeigt. Ähnliche Trends bestätigen ältere Analysen: Freitags fehlen bis zu 63 Abgeordnete, während die Quote je näher am Wochenende zunimmt. Dies gilt quer durch Fraktionen und deutet auf strukturelle Ursachen hin.
Gründe für Abwesenheiten
Die Linke begründet Fehltage hauptsächlich mit Krankheiten und familiärer Sorgearbeit, wie Parlamentarische Geschäftsführerin Ina Latendorf erklärte. Die AfD sieht zumeist Erkrankungen als Ursache, führt keine detaillierte Statistik. Frauen fehlen im Schnitt etwas öfter (2,3 Tage) als Männer (2,1 Tage).
Top-Fehlzeiter und Konsequenzen
Der fraktionslose Sieghard Knodel (ehemals AfD) fehlte an 33 von 48 Sitzungstagen, mehr als zwei Drittel. Strafen für unentschuldigte Fehlzeiten sollen steigen: Von 100 auf 200 Euro bei Nicht-Eintragung in die Anwesenheitsliste. Dies soll die Anwesenheitspflicht im Abgeordnetengesetz stärken.
Quellen
Warum sind Politiker freitags so oft krank?
Das Freitagsphänomen: Warum Politiker am Wochenende plötzlich fehlen