Nach dem jüngsten Anschlag auf eine jüdische Einrichtung in Sydney hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu scharfe Kritik an der australischen Regierung geübt. In einer Pressekonferenz in Jerusalem erklärte Netanjahu laut israelischen und australischen Medien, dass „die politische Nachlässigkeit und das wachsende Klima des Antisemitismus in westlichen Demokratien“ dazu beigetragen hätten, dass Gewalt gegen Juden wieder zunehme.
Der Angriff, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden, ereignete sich am Wochenende und hat in Australien eine breite Debatte über Hasskriminalität und den Schutz religiöser Einrichtungen ausgelöst.
Kritik an australischer Politik und Gesellschaft
Netanjahu sagte, Australien müsse „seine Hausaufgaben“ machen, wenn es darum gehe, antisemitische Tendenzen im Land zu bekämpfen. Besonders Social-Media-Plattformen stünden im Zentrum der Kritik: Sie würden laut ihm „Hass und Verschwörungstheorien gegen Israel unkontrolliert verbreiten lassen“.
Die australische Regierung wies Netanjahus Vorwürfe umgehend zurück. Premierminister Anthony Albanese sprach von einem „tragischen und kriminellen Akt“, der von den Sicherheitsbehörden „entschlossen verfolgt“ werde. Zugleich betonte er, dass Australien „klare Gesetze gegen Hassreden“ habe und jüdische Gemeinden jederzeit Unterstützung erhalten würden.
Reaktionen in sozialen Medien
In den sozialen Netzwerken entbrannte nach Netanjahus Aussagen eine hitzige Diskussion. Anhänger des israelischen Premierministers lobten seine „klare Sprache“ und forderten ein härteres Vorgehen gegen Antisemitismus weltweit. Kritiker dagegen bezeichneten seine Äußerungen als „überzogen“ und „politisch motiviert“.
Auf Plattformen wie X (vormals Twitter) und Facebook teilten Nutzer sowohl Solidaritätsbekundungen mit den Opfern als auch Kritik an nationalistischen Untertönen in der israelischen Regierungspolitik.
Internationale Einordnung
Experten sehen Netanjahus scharfe Worte im Kontext einer wachsenden diplomatischen Spannung zwischen Israel und mehreren westlichen Staaten. Nach den anhaltenden Kämpfen im Gazastreifen und globalen Pro-Palästina-Demonstrationen hat sich der Ton zwischen Jerusalem und seinen Partnern deutlich verschärft.
Laut Politikanalysten spiegle Netanjahus Reaktion nicht nur Sicherheitsinteressen wider, sondern auch innenpolitischen Druck – insbesondere in Hinblick auf seine rechtskonservative Wählerbasis.
Quellen
Netanjahu gibt australischer Regierung Mitschuld an Anschlag
Netanjahu beschuldigt Regierung in Australien nach Anschlag