Saudi-Arabien hat 2025 mit mindestens 347 Hinrichtungen einen neuen Rekord aufgestellt und damit das Vorjahr mit 345 Exekutionen übertroffen. Menschenrechtsorganisationen wie Reprieve und Amnesty International kritisieren diesen Trend scharf, da er internationale Standards verletzt. Die Mehrheit der Betroffenen stammt aus dem Ausland und wurde wegen Drogendelikten verurteilt.
Aktuelle Zahlen und Rekordstatus
Bis Ende 2025 wurden laut Reprieve und AFP mindestens 347 Menschen hingerichtet, was den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen darstellt. Im Vergleich zu 2024 mit 345 Fällen markiert dies den zweiten Rekord in Folge. Schon im Oktober hatten Behörden die 300er-Marke überschritten.
Gründe für die Hinrichtungen
Etwa zwei Drittel der Exekutionen betrafen nicht-tödliche Drogendelikte wie Hashischhandel, was gegen UN-Normen verstößt. Über die Hälfte der Hingerichteten waren Ausländer, darunter viele aus Pakistan und Syrien. Zudem wurden Minderjährige bei der Tatzeit, Frauen und ein Journalist exekutiert.
Vergleich zu Vorjahren
2024 erreichte Saudi-Arabien mit 345 Hinrichtungen bereits einen Höchststand seit Jahrzehnten, nach 196 im Jahr 2022. Zwischen 2014 und Juni 2025 summierten sich die Fälle auf 1.816, wobei Drogendelikte stark anstiegen. Der Trend beschleunigte sich trotz Versprechen von Kronprinz Mohammed bin Salman, die Todesstrafe einzuschränken.
Kritik und internationale Reaktionen
Organisationen wie Human Rights Watch und Amnesty melden Folter, Zwangsgeständnisse und mangelnde Transparenz. Familien werden oft nicht informiert, Leichen nicht zurückgegeben. Trotz Modernisierungsversuchen wie Vision 2030 widerspricht die Praxis dem Image des Landes.
Quellen
Saudi-Arabien hat 2025 so viele Menschen hingerichtet wie noch nie
Bericht: Rekordzahl an Hinrichtungen in Saudi-Arabien im Jahr 2025, überwiegend wegen Drogendelikten

