Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) positioniert sich klar gegen eine verpflichtende Bereitstellung digitaler Zahlungsmöglichkeiten für Gastronomen. Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges argumentiert, dass besonders bei Kleinstumsätzen wie einer Kugel Eis, einem Bier oder Kaffee die anfallenden Gebühren unverhältnismäßig hoch seien. Diese Haltung richtet sich vor allem gegen einen Vorstoß aus Niedersachsen, das eine solche Pflicht gefordert hatte.
Hintergrund der Debatte
Niedersachsen knüpft seine Zustimmung zu einer Senkung der Mehrwertsteuer an die Einführung digitaler Zahlungsoptionen in der Gastronomie. Dehoga-Chefin Hartges betont jedoch, dass bargeldloses Bezahlen in fast 90 Prozent der Betriebe bereits Standard ist, wie eine Mastercard-Erhebung zeigt. Eine pauschale Pflicht würde dennoch unnötige Belastungen für kleine Umsätze schaffen, da Transaktionsgebühren oft bei 1 bis 1,19 Prozent liegen und Mindestgebühren von 20 bis 30 Cent anfallen können.
Argumente des Verbands
Bei Kleinstbeträgen unter 10 Euro mache eine Kartenzahlung wirtschaftlich keinen Sinn, da die Gebühren den Gewinn auffressen. Der Verband plädiert für bessere Rahmenbedingungen wie niedrigere Gebühren und zuverlässige Internetverbindungen, besonders auf dem Land. Zudem wird Bargeld als gängige Zahlungsform im Koalitionsvertrag geschützt, was eine einseitige Digitalisierungspflicht widerspräche.
Ausblick und weitere Positionen
Trotz der Ablehnung begrüßt Hartges Initiativen wie die Aktivrente der Bundesregierung, die ältere Arbeitnehmer zu Minijobs in der Branche anregen könnte. Die Debatte zeigt, dass 80 Prozent der Kassen in Gastronomie und Handel bereits kartentauglich sind, doch Wettbewerb unter Zahlungsanbietern ist gefordert, um Kosten zu senken. Eine Evaluierung nach einigen Jahren könnte Klarheit über die Balance zwischen Digitalisierung und Kleinbetriebsbelangen bringen.
Quellen
Gaststättenverband gegen Pflicht zur Bereitstellung von Kartenzahlung
Verpflichtende Kartenzahlung: Dehoga gegen Vorstoß aus Niedersachsen