Nach dem verheerenden Brand, der in der Nacht zum Donnerstag dutzende Menschenleben forderte, hat die Kantonsregierung nun den sogenannten „Flashover-Effekt“ als möglichen Grund für die hohe Opferzahl genannt. Laut ersten Ermittlungen breitete sich das Feuer in einem Mehrfamilienhaus innerhalb weniger Sekunden explosionsartig aus.
Ermittler und Brandexperten vermuten, dass sich die Hitze und die Rauchgase so stark aufgebaut hatten, dass es zu einer spontanen Durchzündung kam – ein physikalisches Phänomen, bei dem sämtliche brennbaren Stoffe in einem Raum gleichzeitig Feuer fangen.
Was ist ein „Flashover“?
Der Begriff „Flashover“ stammt aus dem Englischen und beschreibt in der Branddynamik einen Moment, in dem sich ein Schwelbrand abrupt zu einem Vollbrand entwickelt. Ab Temperaturen von etwa 500 Grad Celsius entzünden sich brennbare Gase schlagartig. Dann bleibt kaum Fluchtzeit: Selbst professionelle Feuerwehrkräfte haben in solchen Momenten nur wenige Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen.
Gerade in Gebäuden mit viel Holz oder synthetischen Materialien erhöht sich das Risiko eines „Flashovers“ erheblich. Experten sehen in dieser Reaktion eine der gefährlichsten Phasen jedes Feuers.
Behörden und Experten warnen vor voreiligen Schlüssen
Die Kantonsregierung betonte, dass die Untersuchungen zur Brandursache noch laufen. Auch technische Defekte, fahrlässiges Verhalten oder Baumängel könnten zum Unglück beigetragen haben. Brandschutzsachverständige fordern mehr Sensibilisierung für präventive Maßnahmen, wie Rauchmelder, Brandschutzschulungen und Fluchtwegekonzepte.
Ein Sprecher der Regierung erklärte, die Aufklärung habe höchste Priorität – sowohl für die Angehörigen der Opfer als auch für künftige Sicherheitsstandards im Kanton.
Anteilnahme und Hilfsangebote
Zahlreiche Bürger und Hilfsorganisationen zeigten Anteilnahme an den Opfern und ihren Familien. Trauerkerzen und Blumen schmücken den Ort des Unglücks. Psychologische Betreuungsdienste wurden eingerichtet, um Betroffene und Angehörige in dieser schweren Zeit zu unterstützen.
Quellen
Nach Feuerdrama: Ermittler vermuten „Flashover“ als Auslöser
Brand-Ursache noch unklar – Hinweise auf plötzlichen „Flashover“