Im Jahr 2025 ist die Zahl der Abschiebungen illegal in die Europäische Union eingereister Personen stark angestiegen. Laut Angaben des für Migration zuständigen EU-Kommissars erreichte die Rückführungsquote den höchsten Stand seit Jahren. Dennoch bezeichnete er die Entwicklung als „nicht ausreichend“, um die Herausforderungen im Migrationsbereich nachhaltig zu bewältigen.
Nach EU-Daten wurden im Jahr 2025 rund 30 Prozent mehr Personen abgeschoben als im Vorjahr. Die meisten Rückführungen betrafen Menschen aus Nordafrika, Südosteuropa und Südasien. Besonders aktiv waren hierbei Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien, die ihre nationalen Rückführungsprogramme ausgeweitet haben.
Ursachen für den Anstieg der Abschiebungen
Mehrere Faktoren haben laut der Europäischen Kommission zu diesem Anstieg beigetragen:
- Verstärkte Grenzkontrollen: Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hat ihre Kapazitäten ausgeweitet und arbeitet enger mit Herkunfts- und Transitländern zusammen.
- Neue Rückführungsabkommen: Im Rahmen bilateraler Vereinbarungen konnten mehr Personen direkt in ihre Herkunftsstaaten zurückgeführt werden.
- Politischer Druck: Nach anhaltender Kritik an „unzureichenden Rückführungen“ wurde der Druck auf Mitgliedsstaaten erhöht, nationale Abschiebemaßnahmen konsequenter umzusetzen.
Trotzdem bleiben laut Migrationskommissar viele Rückführungsentscheidungen auf dem Papier, da Herkunftsstaaten die Rücknahme ihrer Staatsbürger teilweise verweigern oder Verzögerungen verursachen.
EU-Kommissar fordert effizientere Rückführungsverfahren
Der EU-Migrationskommissar mahnte, dass die derzeitigen Fortschritte „nicht ausreichen“, um ein funktionierendes gemeinsames Rückführungssystem zu schaffen. Nur etwa 50 Prozent der Rückführungsentscheidungen würden tatsächlich vollzogen. Deshalb forderte er schnellere Verfahren, vereinfachte bürokratische Abläufe und eine bessere Zusammenarbeit mit Drittstaaten.
Er betonte auch die Bedeutung einer gerechten Balance zwischen Abschiebungspolitik und humanitären Verpflichtungen: „Europa muss seine Grenzen schützen – aber auch seine Werte wahren“, sagte der Kommissar in Brüssel.
Ausblick: EU plant neue Migrationsstrategie
Für das Jahr 2026 kündigte die EU-Kommission eine umfassende Überarbeitung des EU-Migrationspakts an. Ziel ist es, Rückführungen zu erleichtern, Asylverfahren zu beschleunigen und legale Wege der Migration transparenter zu gestalten. Experten erwarten jedoch politische Spannungen zwischen Mitgliedsstaaten, insbesondere in der Verteilung von Zuständigkeiten und Kosten.
Quellen
Zahl der Abschiebungen in der EU im Jahr 2025 deutlich gestiegen
Migrationskommissar Brunner zieht positive EU-Abschiebe-Bilanz