Kambodscha hat Thailand der „illegalen Annexion“ von Territorien entlang der gemeinsamen Grenze beschuldigt, nur eine Woche nach Inkrafttreten einer Waffenruhe. Thailändische Truppen sollen Zivilgebäude beschädigt, Stacheldraht angebracht und die thailändische Flagge gehisst haben. Die thailändische Armee weist die Vorwürfe zurück und spricht von Rückeroberung zuvor besetzter Gebiete.
Historischer Hintergrund des Konflikts
Die Grenze zwischen Thailand und Kambodscha, etwa 800 Kilometer lang, wurde 1907 von der Kolonialmacht Frankreich ungenau gezogen, was zu anhaltenden Streitigkeiten führt. Verträge von 1904 und 1908 regelten Abtretungen, doch Kartenunterschiede und militärische Besetzungen im 20. Jahrhundert verschärften den Disput, insbesondere um den Tempel Preah Vihear. Der Internationale Gerichtshof urteilte 1962 und 2013 zugunsten Kambodschas, was Thailand nicht vollständig akzeptierte.
Aktuelle Vorwürfe und Eskalation
Kambodschanischer Informationsminister Neth Pheaktra präsentierte eine Karte, die thailändische Präsenz bis 750 Meter über die kambodschanische Grenzlinie zeigt, etwa im Dorf Chouk Chey. Seit dem Aufleben des Konflikts im Dezember 2025 starben mindestens 47 Menschen, und rund eine Million wurden vertrieben. Trotz Vermittlung durch USA, China und Malaysia, inklusive US-Präsident Donald Trump, brach die Waffenruhe schnell zusammen.
Die brüchige Waffenruhe
Eine Waffenruhe trat Ende Dezember 2025 in Kraft, verbot Truppenbewegungen und Angriffe auf Zivilisten, hielt aber nur Wochen. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig der Provokationen wie Minenlegen oder Schießereien. Kambodscha betont, keine gewaltbedingten Grenzveränderungen anzuerkennen, während Thailand von historischen Rechten spricht.
Quellen
Kambodscha wirft Thailand »Annexion« von Territorien vor
Grenzstreit: Kambodscha wirft Thailand widerrechtliche Annexion vor