Eine schwere Lawine hat im italienischen Maira-Tal in den Westalpen am Freitag ein tödliches Unglück ausgelöst. Nach Angaben der örtlichen Bergrettung geriet eine Gruppe von drei Tourengehern oberhalb des Ortes Acceglio unter eine Schneemasse. Ein 42-jähriger Mann aus dem Piemont kam dabei ums Leben, zwei weitere Personen wurden schwer verletzt und in nahegelegene Krankenhäuser gebracht.
Schwierige Rettung unter gefährlichen Bedingungen
Die Rettungsaktion gestaltete sich laut Einsatzkräften äußerst schwierig. Dichter Nebel, Neuschnee und instabiles Gelände erschwerten den Zugang zum Unglücksort. Mehrere Bergretter sowie Lawinenspürhunde waren im Einsatz. Auch ein Helikopter der alpinen Rettung rückte an, musste wegen schlechter Sichtverhältnisse jedoch mehrfach abbrechen.
Experten warnen vor erhöhter Lawinengefahr
Nach starken Schneefällen und plötzlichem Temperaturanstieg hatten Experten des italienischen Alpenvereins bereits vor einem hohen Lawinenrisiko gewarnt. Im Gebiet wurde die Gefahrenstufe auf „4 von 5“ angehoben. Wanderern und Skitourengehern wird geraten, derzeit markierte Routen nicht zu verlassen und lokale Warnungen zu beachten.
„Das Risiko ist zurzeit extrem hoch. Viele unterschätzen die Lawinenlage, wenn die Sonne wieder scheint“, erklärte ein Sprecher des Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico (CNSAS).
Lawinen – eine unterschätzte Gefahr
Nach Angaben des Istituto Meteomont sterben jedes Jahr zwischen 20 und 30 Menschen in den italienischen Alpen durch Lawinen. Ursachen sind häufig ungesicherte Touren, unterschätzte Wetterlagen und fehlende Sicherheitsausrüstung wie LVS-Geräte oder Lawinenairbags.
Experten raten, sich vor jeder Tour über die aktuelle Lawinenlage zu informieren und nie allein ins Gelände zu gehen.
Quellen
Lawine reißt Wanderer in den Tod
Ein Toter und zwei Verletzte nach Lawinenabgang in Italien