Nach der Festnahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro steht das südamerikanische Land an einem historischen Wendepunkt. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas betonte am Sonntagabend, dass das venezolanische Volk das Recht habe, „frei und ohne äußeren Druck über seine Zukunft zu entscheiden“.
Laut Brüsseler Ratsquellen habe die Europäische Union eine gemeinsame Erklärung verabschiedet, welche die „Selbstbestimmung des venezolanischen Volkes“ unterstreicht. Nur ein Mitgliedstaat habe die Erklärung nicht unterzeichnet, blieb demnach aber bei diplomatischer Zurückhaltung.
Hintergrund: Machtvakuum nach Maduros Verhaftung
Die Festnahme von Präsident Maduro durch Teile des venezolanischen Militärs am Wochenende hat internationale Reaktionen ausgelöst. In Caracas kam es zu kleineren Demonstrationen sowohl von Befürwortern als auch von Gegnern des bisherigen Regimes.
Internationale Beobachter sprechen von einem kritischen Moment für Venezuelas politische Zukunft. Die EU sowie mehrere lateinamerikanische Staaten rufen zu Ruhe, Dialog und demokratischer Erneuerung auf.
EU fordert transparente Übergangsphase
Kaja Kallas erklärte, dass die Europäische Union bereit sei, freie und faire Wahlen in Venezuela logistisch und diplomatisch zu unterstützen. „Nur das venezolanische Volk selbst kann den Weg zu Stabilität und Legitimität ebnen“, sagte sie nach Beratungen in Brüssel.
Die EU rief zugleich alle Beteiligten auf, Menschenrechte zu achten und Gewalt zu vermeiden. Ein Sprecher des Europäischen Auswärtigen Dienstes bekräftigte, dass jede politische Lösung inklusive und friedlich verlaufen müsse.
Internationale Reaktionen und Ausblick
Während sich die Vereinigten Staaten und mehrere lateinamerikanische Regierungen zurückhaltend zeigen, signalisierte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) Unterstützung für einen möglichen Übergangsprozess. Russland und Iran warnten hingegen vor „äußerer Einmischung“ und bezeichneten Maduros Festnahme als „verfassungswidrig“.
Beobachter gehen davon aus, dass die kommenden Wochen entscheidend für Venezuelas innenpolitische Stabilität und seine Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft sein werden.
Quellen
EU unterstützt Venezuelas Selbstbestimmungsrecht
EU-Chefdiplomatin Kallas pocht auf Venezuelas Selbstbestimmung