06.01.2026
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Warum Berlin den US-Angriff auf Maduro nicht verurteilt

Venezuela-US-Kalkuel

Während Experten den US-Angriff in Venezuela als klaren Völkerrechtsbruch ansehen, äußert sich die deutsche Bundesregierung deutlich zurückhaltender. Für diese Haltung gibt es mehrere Gründe.

Der US-Angriff und Expertenkritik

Am 3. Januar 2026 führten die USA unter dem Codenamen „Operation Absolute Resolve“ einen großangelegten Militärschlag durch, bei dem Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores in Caracas festgenommen und in die USA gebracht wurden. Mehr als 150 US-Kampfflugzeuge bombardierten Infrastruktur, um Spezialeinheiten zu unterstützen, was nach Angaben venezolanischer Quellen zu mindestens 80 Toten führte. Völkerrechtler wie Markus Krajewski und Christoph Safferling sehen darin mehrere Verstöße gegen die UN-Charta, darunter das Gewaltverbot, das Interventionsverbot und die Entführung eines Staatsoberhaupts.

Zurückhaltung aus Berlin

Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete die rechtliche Einordnung des Einsatzes als „komplex“ und forderte Zeit zur Prüfung, ohne klare Kritik an den USA zu üben. Das Auswärtige Amt verfolgt die Lage „mit größter Sorge“, berät im Krisenstab und steht im Kontakt mit der Botschaft in Caracas, ohne eine Verurteilung auszusprechen. Außenminister Johann Wadephul rief die USA auf, die rechtliche Grundlage darzulegen, betonte aber die Gesamtlage als „außerordentlich komplex“.

Politische und diplomatische Gründe

Die Bundesregierung vermeidet Konfrontation mit US-Präsident Donald Trump, um Leverage in der Ukraine-Politik nicht zu verlieren, wo deutsche Interessen priorisiert werden. Merz kritisiert Maduro scharf als Verursacher des Landesruhms durch Wahlfälschung, Drogenhandel und „unselige Allianzen“ mit Russland, China und Iran, was den US-Einsatz implizit verständlich macht. Zudem wird ein geordneter Übergang zu einer gewählten Regierung in Venezuela gefordert, um Instabilität zu vermeiden.

Wirtschaftliche Interessen und EU-Koordination

Deutschland berücksichtigt Venezuelas enorme Ölvorkommen, die Trump für US-Firmen erschließen will, was langfristig Energiemärkte beeinflussen könnte. Im EU-Kontext schloss sich Berlin einer Erklärung von 26 Staaten an, die internationales Recht betont, ohne den US-Angriff direkt anzuklagen. Oppositionspolitiker wie Grünen-Chefin Katharina Dröge kritisieren die Haltung als unklar, während CDU-Sprecher Jürgen Hardt den Einsatz als „Signal der Hoffnung“ sieht.

Quellen

Das Venezuela-Kalkül der Bundesregierung
Von »Putsch« bis »Signal der Hoffnung«

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