Die Christlich-Soziale Union (CSU) will das Mindestalter für das sogenannte „Begleitete Fahren“ von derzeit 17 auf 16 Jahre herabsetzen. Der Plan sieht vor, dass Jugendliche künftig schon ein Jahr früher am Steuer sitzen dürfen – allerdings zunächst nur in Begleitung einer erfahrenen Person. Ziel sei es, junge Menschen frühzeitig mit dem Straßenverkehr vertraut zu machen und dadurch langfristig die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Der Vorschlag soll laut CSU nicht nur für Bayern gelten, sondern bundesweit eingeführt werden. Die Partei betont, dass junge Menschen heute verantwortungsbewusster seien und sich frühzeitig auf den Straßenverkehr vorbereiten könnten, wenn sie rechtzeitig geschult würden.
Mehr Fahrpraxis für 17-Jährige
Ein weiteres Kernstück des Konzepts ist, dass Jugendliche, die mit 17 Jahren bereits ausreichend Fahrpraxis nachweisen können, künftig allein Auto fahren dürfen. Damit würde das derzeitige System des begleiteten Fahrens um eine zusätzliche Stufe erweitert.
Nach Angaben der CSU könnte diese Regelung auch dazu beitragen, den Schockmoment beim erstmaligen Alleinfahren zu reduzieren — ein häufiger Risikofaktor für Fahranfänger. Erfahrungswerte aus anderen Ländern, etwa aus Österreich oder Schweden, zeigen laut CSU, dass frühe Fahrerfahrung die Unfallzahlen bei jungen Fahrern senken kann.
Kritik und offene Fragen
Kritiker des Vorstoßes verweisen hingegen auf Sicherheitsbedenken. Verkehrspsychologen warnen, dass jüngere Fahranfänger oft risikofreudiger und weniger routiniert reagieren. Zudem seien viele 16-Jährige emotional und kognitiv noch nicht in der Lage, komplexe Verkehrssituationen richtig einzuschätzen.
Auch rechtlich und organisatorisch müssten zahlreiche Fragen geklärt werden: Wie sollten Fahrprüfungen, Versicherungshaftungen und die Mitverantwortung der Begleitpersonen geregelt werden? Die CSU kündigte an, diese Punkte in einem bundesweiten Dialog mit Verkehrsverbänden und den Ländern zu erörtern.
Gesellschaftliche Debatte über Verantwortung junger Menschen
Die Diskussion über das Autofahren mit 16 Jahren reiht sich in eine größere gesellschaftliche Debatte ein: Wie viel Verantwortung können junge Menschen übernehmen? Befürworter sehen in dem Vorschlag ein Zeichen des Vertrauens in die Jugend und eine Chance zur praktischen Verkehrserziehung. Gegner befürchten hingegen, dass Unreife und Überforderung zu mehr Unfällen führen könnten.
Der Bundestag könnte sich schon in den kommenden Monaten mit der Initiative befassen. Ob das begleitete Autofahren ab 16 tatsächlich Realität wird, hängt jedoch von der Zustimmung der Bundesregierung und der Länder ab.
Quellen
CSU will 16-Jährigen das Autofahren erlauben
CSU will den Führerschein ab 16








