Die deutsche Bundesregierung reagiert zurückhaltend auf den US-Militärschlag in Venezuela, bei dem Präsident Nicolás Maduro gefasst wurde. Statt einer klaren Verurteilung als Völkerrechtsbruch betont Kanzler Friedrich Merz die Komplexität der Lage. Diese Haltung löst Kritik in der Opposition aus.
Der US-Angriff auf Caracas
US-Streitkräfte führten am 3. Januar 2026 eine Operation in Caracas durch und nahmen Maduro sowie seine Frau fest. Präsident Donald Trump rechtfertigte den Einsatz mit Maduros angeblicher Illegitimität nach gefälschten Wahlen. Experten sehen darin einen klaren Verstoß gegen das Völkerrecht, da es die Souveränität Venezuelas verletzt.
Zurückhaltung der Bundesregierung
Kanzler Merz erklärte auf X, die rechtliche Bewertung sei „komplex“ und erfordere Zeit. Das Auswärtige Amt forderte lediglich Einhaltung des Völkerrechts durch alle Seiten, ohne die USA direkt anzuklagen. Außenminister Johann Wadephul wies auf Maduros Menschenrechtsverstöße hin, um die Haltung zu relativieren.
EU-Position und Opposition
Die EU veröffentlichte eine Erklärung von 26 Staaten, die Völkerrecht und Demokratie in Venezuela betonte, ohne explizite US-Kritik. Grünen-Chefin Katharina Dröge forderte eine klare Verurteilung des „Bruchs des Völkerrechts“. Die AfD lobte den US-Einsatz hingegen als „realpolitik“.
Strategische Gründe für Zögern
Berlin priorisiert Beziehungen zu Trump, insbesondere vor Ukraine-Gesprächen in Paris. Die Regierung vermeidet Friktion, um US-Sicherheitsgarantien zu sichern. Kritiker sprechen von Doppelmoral in der deutschen Berichterstattung.
Quellen
Venezuela: Deutschland zögert, den Angriff der USA zu verurteilen
Von »Putsch« bis »Signal der Hoffnung«