US-Präsident Donald Trump rechtfertigt seinen erneuten Anspruch auf Grönland mit angeblichen Bedrohungen durch Russland und China. Arktis-Experte Michael Paul stuft diese Argumente als Vorwand ein. Im Interview erklärt er die realen Herausforderungen, die die USA bei einer Übernahme erwarten würden.
Trumps Begründung für Grönland
Trump betont, Grönland sei für die nationale Sicherheit der USA essenziell, da russische und chinesische Schiffe die Insel umzingelten. Er kritisierte Dänemark scharf und forderte eine Übernahme, ähnlich wie 2019. Bereits 1951 haben die USA ein Verteidigungsabkommen mit Grönland, inklusive der Basis Pituffik für Raketenfrüherkennung.
Experte Paul: Keine echte Bedrohung
Michael Paul, Arktis-Sicherheitsexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik, hält Trumps Sicherheitsgründe für vorgeschoben. Russische und chinesische Kriegsschiffe stellten keine neue Gefahr dar; Schiffe könnten schon lange die Arktis befahren. Die USA könnten Basen erweitern, ohne Grönland zu annektieren.
Aktivitäten von Russland und China
China sieht sich als „naher Arktis-Staat“ und plant polare Seidenstraßen für Handel. Russland nutzt die Arktis als Ressourcenbasis, doch keine Notwendigkeit für Grönland-Vorkommen besteht. Der Klimawandel öffnet Routen, macht sie aber durch unstetes Eis schwieriger.
Probleme einer US-Annexion
Eine Annexion würde die USA zu „Nation Building“ zwingen: Betreuung der 56.000 Einwohner und Konflikt mit Dänemark als NATO-Partner. Dies könnte die Allianz zerstören und Trump vor unberechenbaren Folgen stellen. Europa sollte Verteidigung stärken, um Druck auszuüben.
Reaktionen aus Europa und Grönland
Dänemark und Verbündete wie Grönlands Premier lehnen Trumps Forderungen ab und warnen vor NATO-Ende. Sechs europäische Staaten verurteilten eine Annexion. Experten sehen Chancen für europäische Unabhängigkeit in der Arktis.
Quellen
“Die Sicherheitsgründe sind vorgeschoben”
Grönland und Verbündete weisen Drohungen gegen die Insel zurück, während Trump erneut die „Notwendigkeit“ der USA für sie bekräftigt.