Über dem Stützpunkt des neuen Raketenabwehrsystems “Arrow 3” in der Annaburger Heide nahe Brandenburg wurden mehrere verdächtige Drohnen gesichtet. Nach Recherchen von WDR und NDR ereignete sich der Vorfall am 1. Dezember 2025, nur Tage vor der feierlichen Inbetriebnahme des Systems. Ein Abschussversuch der Bundeswehr mit einem Sturmgewehr schlug fehl.
Das Raketenabwehrsystem Arrow 3
Arrow 3 ist ein hochmodernes System zur Abwehr ballistischer Raketen, das Raketen in Höhen bis 100 Kilometern außerhalb der Atmosphäre zerstört. Es wurde gemeinsam von Israel und den USA entwickelt und kostet Deutschland rund 3,6 bis 4 Milliarden Euro; der erste Standort liegt am Luftwaffenstützpunkt Holzdorf/Schönewalde im Dreiländereck Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Bis 2030 sollen weitere Standorte in Schleswig-Holstein und Bayern einsatzbereit sein, um den europäischen Raketenabwehrschirm zu stärken.
Der Drohnenvorfall im Detail
Am 1. Dezember 2025 um 16:40 Uhr wurden drei Drohnen unbekannten Typs in circa 100 Metern Höhe über der Radaranlage entdeckt. Die Bundeswehr aktivierte ein Schnelles Reaktionselement, das eine eigene Drohne einsetzte, um die Objekte zu sichten; ein Schuss mit dem G27P-Sturmgewehr und israelischer Zieloptik Smash X4 verfehlte das Ziel. Es handelt sich um den zweiten Vorfall an diesem Ort, was auf eine beabsichtigte Ausspähung hindeutet; Feldjäger, MAD und Polizei wurden eingeschaltet.
Reaktionen und Sicherheitsmaßnahmen
Die Bundeswehr bestätigte den Überflug schriftlich, gab aber aus Sicherheitsgründen keine Details zur Drohnenanzahl preis. Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte die strategische Bedeutung von Arrow 3 als Reaktion auf russische Bedrohungen. Der Vorfall unterstreicht wachsende Drohnenbedrohungen über militärischen Einrichtungen, mit über 1.000 verdächtigen Sichtungen bundesweit 2025.
Quellen
Drohnenvorfälle über Standort der Raketenabwehr
Verdächtige Drohnen über Stützpunkt – Bundeswehr scheitert mit Abschuss