09.01.2026
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Milliardenbetrug: Kambodscha entlässt Scam-Boss Chen Zhi nach China

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Cambodschas Behörden haben den chinesischen Milliardär Chen Zhi, der als Drahtzieher eines milliardenschweren Kryptobetrugs gilt, verhaftet und nach China ausgeliefert. Die Festnahme erfolgte nach monatelanger internationaler Ermittlung und markiert einen Schlag gegen die Scam-Industrie in Südostasien. Chen Zhi, Gründer der Prince Group, stand unter Anklage in den USA wegen Wire Fraud und Geldwäsche.

Hintergrund der Festnahme

Chen Zhi, 37 oder 38 Jahre alt und ursprünglich aus Südostchina, erhielt 2014 die kambodschanische Staatsbürgerschaft, die ihm im Dezember 2025 per königlichem Dekret entzogen wurde. Er wurde am 6. Januar 2026 zusammen mit zwei weiteren Chinesen Zhi Xu Jiang und Shao Ji Hui festgenommen. Die Auslieferung an China geschah auf chinesischen Wunsch hin nach gemeinsamer Untersuchung grenzüberschreitender Kriminalität.

Die Operation der Prince Group umfasste angeblich Zwangsarbeitslager in Kambodscha, in denen Hunderte von Opfern – oft selbst nach Jobs gelockte Chinesen – zu „Pig Butchering“-Scams gezwungen wurden. Diese Betrugsmaschen täuschen Opfer mit falschen Romanzen oder Investitionen und erbeuteten Milliarden in Kryptowährungen.

Vorwürfe und internationale Ermittlungen

US-Staatsanwälte warfen Chen im Oktober 2025 vor, seit 2015 mindestens 10 Scam-Zentren betrieben zu haben, die weltweit Opfer um Milliarden brachten – darunter 14 Milliarden US-Dollar in Bitcoin, die das US-Finanzministerium beschlagnahmt haben soll. Großbritannien verhängte Sanktionen gegen die Prince Group, die in Immobilien und Finanzen aktiv ist und enge Verbindungen zur kambodschanischen Elite pflegte.

Die UN schätzt, dass in Kambodscha und Myanmar über 200.000 Menschen in solchen Scam-Zentren gefangen sind, oft unter Folter gezwungen, andere zu betrügen. China untersucht die Prince Group seit 2020 wegen Online-Glücksspiel und Betrug.

Auswirkungen auf Kambodscha und die Scam-Wirtschaft

Scam-Operationen machen schätzungsweise die Hälfte der kambodschanischen Wirtschaft aus und blühen trotz internationalem Druck. Chens Festnahme könnte Pekings Einfluss unterstreichen, da die USA kein Auslieferungsabkommen mit China haben und eine Verhandlung in den USA unwahrscheinlich ist. Experten sehen in der „Pig Butchering“-Industrie ein wachsendes Problem, das 2024 allein US-Opfer 5 Milliarden Dollar kostete.

Die kambodschanische Regierung betonte die Kooperation gegen transnationale Kriminalität, blieb aber zu US- und UK-Vorwürfen skeptisch und forderte Beweise.

​Quellen

Kambodscha liefert mutmaßlichen Drahtzieher eines Betrugs nach seiner Festnahme an China aus
Gründer der Prince Bank in Kambodscha wegen mutmaßlicher Cyberkriminalität nach China abgeschoben

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