Shinzo Abe, Japans längster amtierender Premierminister, wurde am 8. Juli 2022 während einer Wahlkampfrede in Nara von Tetsuya Yamagami mit einer selbstgebauten Schusswaffe erschossen. Der 45-Jährige feuerte zwei Schüsse ab, die Abe in Hals und Brust trafen, woraufhin der Politiker zusammenbrach und trotz Notfallbehandlung starb. Der Vorfall löste weltweites Entsetzen aus, da Schusswaffen in Japan streng reguliert sind.
Hintergrund des Täters
Tetsuya Yamagami gestand die Tat im Oktober 2025 vor Gericht und bekundete, dass sein Motiv ein jahrelanger Groll gegen die Vereinigungskirche sei. Seine Mutter hatte der südkoreanischen Sekte ihr Vermögen gespendet, was die Familie in den Ruin trieb; Yamagami sah in Abe einen Unterstützer der Kirche aufgrund politischer Verbindungen. Der arbeitslose Ex-Soldat baute die Waffe aus Metallrohren und Klebeband und näherte sich Abe unbemerkt von hinten.
Der Prozess und das Urteil
Der Prozess am Bezirksgericht Nara dauerte zwei Monate; Staatsanwälte forderten Lebenslang wegen der “schweren politischen Gewalt”. Yamagami entschuldigte sich bei Abes Witwe Akie, seine Verteidiger plädierten auf Milde unter Berufung auf “religiösen Missbrauch”. Am 20. Januar 2026 (lokale Zeit) wurde Yamagami zu lebenslanger Haft verurteilt, was das Ende eines Falles markiert, der Japan nachhaltig erschütterte.
Quellen
Lebenslange Haftstrafe für Mann, der Japans ehemaligen Premierminister Shinzo Abe ermordet hat
Mann bekennt sich schuldig, Shinzo Abe, den ehemaligen Premierminister Japans, getötet zu haben