Nach mehr als 150 Jahren zieht eine Berliner Backtradition vorerst den Kürzeren: Bäckermeister Maximilian Schöppner von der Bäckerei Plentz, einem etablierten Familienbetrieb mit zehn Filialen und Verkaufswagen in Berlin und Brandenburg, hat entschieden, den beliebten Kirschkuchen aus dem Sortiment zu nehmen. Der Grund ist schlicht wirtschaftlich – die Kosten für Zutaten sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen.
„Die Kirschen sind einfach zu teuer geworden, ebenso Mehl, Butter und Energie“, erklärte Schöppner gegenüber dem Berliner Kurier. Die Herstellung eines Stücks Kirschkuchen sei mittlerweile kaum noch rentabel, selbst bei Preiserhöhungen.
Teure Kirschen, teurer Strom – ein teures Stück Kuchen
Die steigenden Preise bei landwirtschaftlichen Produkten und Energie belasten kleine und mittelständische Betriebe in ganz Deutschland. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind die Preise für Obst in den letzten zwei Jahren um über 20 Prozent geklettert. Hinzu kommen höhere Löhne, Energie- und Transportkosten.
Gerade für Traditionsbetriebe mit handwerklicher Produktion ist das eine enorme Herausforderung. „Wir wollen unsere Kunden nicht mit noch höheren Preisen verprellen“, so Schöppner. „Also müssen wir leider auf einige Spezialitäten verzichten.“
Zwischen Tradition und Modernisierung
Die Bäckerei Plentz ist bekannt für ihre Verbindung von Tradition und Innovation. Trotz des Verlusts des Kirschkuchens bleibt das Sortiment vielfältig: regionale Brote, Kuchen aus saisonalen Zutaten und Spezialitäten wie Mohnstriezel oder Apfelstreuselkuchen sollen die Lücke füllen.
Viele Stammkunden bedauern diesen Schritt, zeigen aber auch Verständnis. Auf Social Media häufen sich Kommentare wie „Schade, aber verständlich“ oder „Hauptsache, es gibt weiter frische Brötchen!“
Quellen
Nach 150 Jahren! Berliner Bäcker streicht Kirschkuchen
Schluss mit Kirschen: Berliner Bäcker beendet jahrhundertealte Verkaufstradition