Mit seinen jüngsten Aussagen zur Einsatzbereitschaft von NATO-Soldaten in Afghanistan hat US-Präsident Donald Trump heftige Kritik entfacht. In einem Interview hatte Trump die „Leistungsbereitschaft“ westlicher Truppen infrage gestellt und suggeriert, viele Verbündete hätten „nicht genug Einsatz gezeigt“, um amerikanische Interessen zu schützen.
Die Äußerungen verbreiteten sich am Freitagabend (Ortszeit) rasch in internationalen Medien und lösten besonders in Großbritannien eine Welle der Empörung aus.
Starmer spricht von „Beleidigung britischer Soldaten“
Der britische Premierminister Keir Starmer reagierte mit ungewöhnlich scharfen Worten. In einer Presseerklärung nannte er Trumps Bemerkungen „entsetzlich und respektlos gegenüber den Männern und Frauen, die ihr Leben für unsere gemeinsame Sicherheit riskiert haben“.
Auch ranghohe Militärvertreter des Vereinigten Königreichs wiesen die Aussagen entschieden zurück. Generalstabschef Sir Patrick Sanders bezeichnete Trumps Worte als „Missachtung jahrelanger Opferbereitschaft“ und betonte, die britischen Streitkräfte hätten in Afghanistan eine „zentrale und ehrenvolle Rolle“ gespielt.
Diplomatische Spannungen vor US-Wahljahr
Beobachter werten den Vorfall als weiteres Zeichen wachsender Spannungen zwischen Washington und europäischen Partnern. London bemühe sich nun nach Berichten des Guardian und der BBC um diplomatische Schadensbegrenzung.
Analysten sehen darin zugleich einen Vorgeschmack auf mögliche Konflikte im bevorstehenden US-Wahljahr, in dem Trump erneut für das Präsidentenamt kandidiert. Europas Regierungen befürchten, dass eine künftige Trump-Administration die transatlantischen Beziehungen weiter belasten könnte.
Quellen
Großbritannien empört über “entsetzliche” Trump-Aussagen
Trump empört mit Aussage über angeblich kampfscheue Nato-Truppen