Im Nordosten Nigerias sind bei zwei mutmaßlichen Anschlägen der islamistischen Terrormiliz Boko Haram mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben lokaler Sicherheitskräfte ereignete sich der erste Angriff am Freitagabend auf einer Baustelle in der Nähe der Stadt Gwoza im Bundesstaat Borno, einem langjährigen Brennpunkt des Aufstands. Dabei wurden 25 Arbeiter getötet, mehrere weitere gelten als vermisst.
Zweiter Angriff auf Zivilisten fordert weitere Opfer
Nur wenige Stunden später meldeten Behörden einen weiteren Angriff in einer nahegelegenen Gemeinde, bei dem elf Menschen starben. Bewaffnete Männer überfielen ein Dorf, brannten Häuser nieder und plünderten Lebensmittelvorräte. Augenzeugen berichten, dass viele Bewohner in Panik flohen und sich in umliegende Wälder retteten.
Hintergründe zu Boko Haram
Die islamistische Gruppierung Boko Haram kämpft seit 2009 gewaltsam gegen den nigerianischen Staat. Ihr erklärtes Ziel ist die Errichtung eines islamischen Kalifats im Norden des Landes. Der Konflikt hat laut den Vereinten Nationen bereits mehr als 35.000 Menschenleben gefordert und rund zwei Millionen Menschen zur Flucht gezwungen.
Trotz militärischer Offensiven der nigerianischen Armee kommt es weiterhin zu sporadischen Angriffen, insbesondere in den Grenzregionen zu Kamerun, Tschad und Niger. Experten sehen darin ein Zeichen, dass die Miliz immer noch über erhebliche Schlagkraft verfügt, vor allem in abgelegenen Gebieten.
Internationale Reaktionen
Die Afrikanische Union (AU) und die Vereinten Nationen (UN) verurteilten die jüngsten Anschläge scharf. UN-Generalsekretär António Guterres sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus und rief die nigerianische Regierung auf, die Täter vor Gericht zu bringen. Zudem betonte er, dass nur dauerhafte Entwicklungs- und Bildungsprogramme langfristig Frieden schaffen könnten.
Quellen
Mindestens 36 Tote bei Anschlägen in Nigeria
Mindestens 36 Tote bei Schießerei mit Islamisten in nordöstlicher nigerianischer Stadt