China hat vier Mitglieder der berüchtigten Bai-Familien-Mafia hingerichtet, die Scam-Zentren in Myanmar betrieben. Diese Maßnahme ist Teil eines intensivierten Kampfs gegen grenzüberschreitende Cyberbetrugskriminalität.
Hintergrund der Bai-Familie
Die Bai-Familie kontrollierte jahrelang die Grenzstadt Laukkaing in Nord-Myanmar und betrieb dort Casinos, Rotlichtviertel sowie umfangreiche Cyber-Scam-Operationen. Im November 2025 verurteilte ein Gericht in Shenzhen fünf Familienmitglieder zum Tode wegen Mordes, Betrugs, Entführung und Drogenhandel; der Patriarch Bai Suocheng starb vor der Vollstreckung an einer Krankheit.
Die Gruppe betrieb 41 Einrichtungen, in denen Opfer um über 29 Milliarden Yuan (ca. 4,2 Milliarden US-Dollar) betrogen wurden. Sechs chinesische Staatsbürger starben durch Gewalt, weitere wurden verletzt.
Die Hinrichtungen im Detail
Die Exekutionen der vier Bai-Mitglieder fanden in Shenzhen statt, genehmigt vom Obersten Volksgericht. Das Gericht bezeichnete die Verbrechen als „außergewöhnlich abscheulich“ mit schwerwiegenden gesellschaftlichen Folgen.
Dies folgt auf die Hinrichtung von 11 Ming-Familienmitgliedern letzte Woche, ebenfalls für Scam-Zentren in Laukkaing. Beide Familien gehörten zu den „vier großen Familien“ in der Region, die mit lokalen Milizen und der myanmarischen Junta kooperierten.
Chinas Crackdown gegen Scam-Zentren
China intensiviert seit Jahren die Zusammenarbeit mit Südostasien-Staaten wie Myanmar, Kambodscha und Laos gegen Telecom-Fraud. Tausende Opfer, oft chinesische Staatsbürger, wurden in Zwangsarbeit gezwungen.
Die Operationen in Laukkaing gediehen durch schwache Rechtsdurchsetzung an der Grenze. Peking bietet Belohnungen für Festnahmen und fordert Auslieferungen.
Auswirkungen und Ausblick
Diese Hinrichtungen senden ein klares Signal an kriminelle Netzwerke in Südostasien. Analysten sehen darin eine Eskalation Pekings gegen Milliardenbetrug, der globale Opfer trifft.
Laukkaing bleibt ein Hotspot für Illegales, trotz myanmarischer Militäroffensiven. China plant weitere Maßnahmen zur Bekämpfung.
Quellen
China richtet vier weitere Mitglieder der myanmarischen Mafia hin
China richtet 11 Mitglieder einer Bande hin, die in Myanmar ein milliardenschweres kriminelles Imperium betrieben hat.