Anwälte, die Migranten und Asylsuchende vertreten, sehen sich in Deutschland und international zunehmend massiven Drohungen und Hetze ausgesetzt. Diese Angriffe umfassen rassistische Beleidigungen, Todesdrohungen und Diffamierungen in sozialen Medien sowie durch rechte Medienportale. Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) verurteilt diese Eskalation als direkten Angriff auf den Rechtsstaat.
Bedrohungswelle in Deutschland
Seit 2024 und 2025 melden Anwälte im Migrationsrecht eine Flut von Drohungen, die sie „regelrecht überziehen“. Beispiele sind Hetze gegen eine Berliner Anwältin, die Asylsuchende vertrat und auf Portalen wie nius als Teil einer „Asyl-Industrie“ diffamiert wurde, sowie Angriffe auf den Vorsitzenden des BRAK-Ausschusses IT-Recht aufgrund seiner Herkunft. Die BRAK-Präsident Ulrich Wessels stuft dies als „Angriffe auf den Rechtsstaat“ ein und fordert Schutzmaßnahmen.
Parallelen in Großbritannien
In Großbritannien berichten Asylrechtler wie Harjap Bhangal von Tweets mit Beleidigungen, Aufrufen zur Rückkehr und expliziten Todesdrohungen per E-Mail. Rechtsradikale verbreiten Listen mit Anwälten, um sie einzuschüchtern, was die Bar Council als Verrohung der Debatte kritisiert. Politiker und Medien wie Talk TV und GB News tragen durch hetzerische Sprache dazu bei.
Ursachen und Konsequenzen
Die Polarisierung in der Migrationsdebatte, verstärkt durch Medien und Politik, führt zu diesem Klima. In Deutschland überschreitet die Hetze die „Grenze des Erträglichen“, wie BRAK-Schatzmeisterin Leonora Holling betont, und bedroht die freie Advokatur. International, etwa in den USA unter Trump, gibt es ähnliche Schikanen gegen Migrationsanwälte. Dies gefährdet die Unabhängigkeit der Justiz grundlegend.
Quellen
Massive Drohungen gegen Anwälte von Migranten
BRAK: Rassismus und Hetze gegen Anwältinnen und Anwälte – „Grenze des Erträglichen überschritten“