Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) sind derzeit in vollem Gange und dominieren die Schlagzeilen. Besonders die jüngsten Entwicklungen aus der dritten Runde in Potsdam sorgen für Spannung.
Dritte Verhandlungsrunde in Potsdam
Die dritte Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst der Länder begann am 11. Februar 2026 in Potsdam und ging am ersten Tag ergebnislos zu Ende. Am 12. Februar legten die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) erstmals ein konkretes Angebot vor: Eine gestaffelte Lohnsteigerung von insgesamt fünf Prozent über 29 Monate. Die Gewerkschaften um ver.di und dbb kritisieren dies als unzureichend und fordern mindestens 5,8 Prozent wie im Vorjahr für Bund und Kommunen.
Forderungen der Gewerkschaften
Ver.di und Verbündete verlangen sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro monatlich, eine Laufzeit von nur 12 Monaten sowie 200 Euro mehr für Auszubildende. Zusätzlich sollen Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen und untere Einkommen stärker entlastet werden. Diese Positionen wiederholen sich in allen Runden der öffentlicher Dienst Tarifverhandlungen und werden durch Warnstreiks untermauert.
Position der Arbeitgeber
Die TdL beruft sich auf die angespannte Finanzlage der Länder und bietet Erhöhungen leicht über der Inflation in drei Schritten bis 2028 an. Kritik von ver.di: Zu viele Nullmonate, kein Sockelbetrag und fehlende Verbindlichkeit. Die zweite Runde im Januar blieb ebenfalls ohne verbindliches Angebot.
Ausblick und Hintergrund
Eine Einigung in der aktuellen Runde wird angestrebt, doch Warnstreiks drohen bei Scheitern. Im Kontrast steht der Abschluss 2025 für Bund und Kommunen mit 5,8 Prozent in zwei Schritten plus Verbesserungen bei Zulagen. Die öffentlicher Dienst Tarifverhandlungen betreffen rund 925.000 Beschäftigte und beeinflussen Beamteneinkommen.
Quellen
Zweite Verhandlungsrunde zum TV-L bleibt ohne Ergebnis
Tarifabschluss für die rund 2,6 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen: Einkommen steigen um 5,8 Prozent in zwei Schritten