Bei einem Auftritt in der ARD-Talkshow Maischberger fand Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen deutliche Worte zur aktuellen Weltlage. Auf die Frage nach dem Zustand internationaler Beziehungen sagte sie: „Die alte Welt ist weg.“ Damit bezog sich die Regierungschefin auf die zunehmenden Spannungen zwischen westlichen Demokratien und autoritären Staaten – und auf das wachsende Misstrauen, das globale Kooperationen erschwert.
Hintergrund: Trump und der „Grönland-Konflikt“
Der Satz fiel kurz nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos, wo Donald Trump den Eindruck erweckt hatte, der frühere Konflikt mit Dänemark um Grönland sei „erledigt“. Zur Erinnerung: 2019 hatte Trump für weltweite Schlagzeilen gesorgt, als er offen den Kauf Grönlands erwog – ein Vorschlag, den Frederiksen damals als „absurd“ bezeichnete.
In Davos sprach Trump zwar von „freundschaftlichen Beziehungen“ zu Dänemark, doch die kühle diplomatische Distanz blieb spürbar. Frederiksen stellte in der Talkshow klar, dass es darüber hinausgehende Themen gebe, bei denen dringender Gesprächsbedarf bestehe – von der Arktispolitik bis zur globalen Sicherheit.
„Die alte Welt ist weg“ – eine Mahnung an Europa
Mit ihrer Aussage richtete Frederiksen sich nicht nur an Washington, sondern auch an Europa selbst. Sie betonte, dass Demokratien stärker zusammenhalten müssten, um in einer sich wandelnden Weltordnung bestehen zu können. „Wir müssen Verantwortung übernehmen – geopolitisch, wirtschaftlich und sozial“, sagte sie.
Die dänische Regierungschefin gilt als pragmatisch, aber entschlossen. In den letzten Monaten hatte sie mehrfach betont, dass Europa gegenüber Russland und China geschlossen auftreten müsse. Ihr Auftritt bei Maischberger unterstrich diesen Kurs.
Ausblick: Neue globale Realität
Frederiksens Einschätzung, die „alte Welt“ sei verschwunden, spiegelt die Wahrnehmung vieler europäischer Führungsfiguren wider. Die geopolitische Unsicherheit, wirtschaftliche Abhängigkeiten und technologische Konflikte zwingen westliche Staaten zunehmend zu strategischer Neubewertung.
Dänemark, als kleines aber einflussreiches Mitglied der EU und NATO, positioniert sich damit klar: zwischen transatlantischer Loyalität und europäischer Eigenständigkeit.
Quellen
Dänemarks Regierungschefin macht klare Ansage: “Alte Welt ist weg”
„Die alte Welt ist weg“, sagt Mette Frederiksen – und weist die Nato in die Schranken