Mehr als 900 Google-Mitarbeiter haben eine Petition unterzeichnet, in der sie das Unternehmen auffordern, alle Verträge mit der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) und der Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) offenzulegen und zu kündigen. Diese Initiative entstand im Kontext verschärfter Einwanderungspolitik unter Präsident Trump, einschließlich Massendeportationen. Die Kampagne wird von der Gruppe “No Tech for Apartheid” unterstützt und markiert einen der größten internen Proteste seit tödlichen Vorfällen durch Bundesagenten in Minneapolis.
Hintergrund des Protests
Die Petition richtet sich gegen Googles Cloud-Dienste, die an DHS-Agenturen wie ICE und CBP verkauft werden, und kritisiert deren Rolle bei Überwachung und Razzien. Mitarbeiter argumentieren, dass solche Partnerschaften ethisch fragwürdig seien und die Integrität des Unternehmens gefährdeten. Google betont hingegen, es handle sich um standardmäßige Cloud-Infrastruktur, die jedermann zugänglich sei.
Forderungen der Mitarbeiter
Die Unterzeichner verlangen Transparenz über alle DHS-Verträge, den Rückzug aus Kooperationen sowie Schutzmaßnahmen für alle Google-Anwesende vor Einwanderungsrazzien. Zusätzlich fordern sie ein internes Town-Hall-Meeting zu Regierungsverträgen und rote Linien für den Einsatz von Google-Technologien. Dies folgt ähnlichen Briefen von Hunderten Tech-Mitarbeitern bei Amazon, Microsoft und Meta.
Historischer Kontext und Reaktionen
Ähnliche Proteste gab es bereits 2019, als Google-Mitarbeiter gegen CBP-Verträge demonstrierten. Google hat bisher nicht auf die jüngste Petition reagiert, während andere Firmen wie GitHub Spenden für Migrantenorganisationen leisteten. Der Protest gewinnt an Fahrt inmitten landesweiter Streiks gegen ICE nach tödlichen Schüssen in Minneapolis.
Quellen
Google-Mitarbeiter fordern Unternehmen auf, Beziehungen zu ICE abzubrechen
Über 800 Google-Mitarbeiter fordern die Beendigung der Verträge mit der ICE