White-House-Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, die Regierung von Präsident Donald Trump diskutiere „eine Reihe von Optionen“, um Grönland zu erwerben, und die Nutzung des US-Militärs sei „immer eine Option“ des Oberbefehlshabers. Sie bezeichnete die Übernahme der Insel als „nationale Sicherheitspriorität“ der USA, um Rivalen wie Russland und China in der Arktis abzuschrecken.
Trump selbst hat in mehreren Interviews bekräftigt, dass er davon ausgeht, die USA würden Grönland letztlich „bekommen“ und dass die rund 57.000 Einwohner „bei uns sein wollen“. In jüngsten Äußerungen schilderte er die Insel als „unglaublich strategisch“ und behauptete, die Gewässer rund um Grönland seien von russischen und chinesischen Schiffen „wimmelig“.
Strategische Bedeutung Grönlands
Grönland liegt zwischen Arktischem Ozean und Nordatlantik und ist damit ein Schlüsselraum für Luft- und Seerouten zwischen Nordamerika, Europa und der Arktis. Die USA betreiben seit Jahrzehnten den Luftwaffenstützpunkt Thule auf der Insel, der für Raketenfrühwarnung und Überwachung des Nordatlantiks genutzt wird.
Mit dem Rückgang des Eises gewinnt die Region für künftige Schifffahrtsrouten und Rohstoffförderung an Gewicht, was Konkurrenzdruck zwischen den USA, Russland und China verschärft. Trump argumentiert, Washington könne es sich nicht leisten, Grönland anderen Mächten zu überlassen, und stellt die Kontrolle über die Insel als Voraussetzung für die eigene Sicherheit dar.
Rubios Kurs: Kauf statt Gewalt
Außenminister Marco Rubio hat nach Medienberichten mehrfach deutlich gemacht, dass die bevorzugte Option der US-Regierung ein Kauf Grönlands von Dänemark sei. Laut dem „Wall Street Journal“ erklärte Rubio gegenüber Abgeordneten, die jüngsten Drohungen bedeuteten keine unmittelbar bevorstehende Invasion, sondern dienten vor allem dazu, Druck in möglichen Verhandlungen aufzubauen.
In Interviews betonte Rubio, der Erwerb sei kein „Witz“, sondern eine Frage langfristiger nationaler Interessen im arktischen Raum. Zugleich relativierte er Trumps frühere Bemerkungen, wonach militärische Optionen gegenüber dem NATO-Partner Dänemark nicht ausgeschlossen würden, ohne diese Möglichkeit jedoch vollständig vom Tisch zu nehmen.
Reaktionen aus Dänemark, Grönland und Europa
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen und andere Spitzenpolitiker haben Trump aufgefordert, Drohungen und militärische Rhetorik sofort zu beenden. Die Regierung in Kopenhagen warnt, ein US-Angriff auf dänisches Hoheitsgebiet oder die gewaltsame Aneignung Grönlands würde die NATO und das transatlantische Sicherheitsgefüge fundamental infrage stellen.
Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen und andere Vertreter betonen, die Insel sei „nicht zu verkaufen“ und nur die Bevölkerung selbst dürfe über ihre Zukunft entscheiden. Europäische Verbündete haben sich demonstrativ hinter Dänemark und Grönland gestellt und äußern Sorge, dass die US-Rhetorik aus Drohungen reale Politik werden lassen könnte.
Quellen
US-Regierungssprecherin Leavitt droht mit Militäreinsatz auf Grönland
Für die USA ist es nicht „realistisch“, Grönland zu kaufen – Taoiseach