In Venezuela hat die Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez offiziell den Oberbefehl über die Streitkräfte übernommen. In einer Zeremonie in Caracas bekannte sich die Armeeführung geschlossen zu ihrer Loyalität gegenüber Rodríguez. Der Schritt kommt wenige Tage nach dem Rückzug Nicolás Maduros und markiert eine entscheidende Phase im politischen Übergang des südamerikanischen Landes.
Unterstützung der Armee für die Übergangspräsidentin
Die Streitkräfte erklärten in einer öffentlichen Stellungnahme, man werde „die verfassungsmäßige Ordnung und die Stabilität des Vaterlandes“ unter der Führung Rodríguez’ garantieren. Verteidigungsminister Vladimir Padrino López sprach von einer „neuen Ära der nationalen Einheit zwischen Militär und zivilen Behörden“. Beobachter werten die Loyalitätsbekundung als Versuch, Ruhe und Kontinuität während der politischen Umbruchsphase zu signalisieren.
Machado appelliert an internationale Gemeinschaft
Die Oppositionsführerin María Corina Machado kritisierte die Ernennung scharf. Sie bezeichnete Rodríguez als „integralen Teil des kriminellen Systems von Maduro“ und warf ihr vor, die Macht nur aufrechtzuerhalten, um Korruption und Unterdrückung zu verschleiern. Machado rief die internationale Gemeinschaft auf, den politischen Prozess in Venezuela „mit vorsichtiger Skepsis“ zu begleiten und freien Wahlen Vorrang zu geben.
Internationale Reaktionen und Ausblick
Zahlreiche lateinamerikanische Staaten reagierten verhalten auf die Entwicklung. Die USA und die Europäische Union erklärten, sie beobachteten die Lage aufmerksam und setzten weiter auf einen „friedlichen und demokratischen Übergang“. In Caracas wird Rodríguez nun versuchen müssen, die gespaltene Gesellschaft zu einen und das Vertrauen der Bevölkerung in politische Institutionen wiederherzustellen.
Quellen
Rodríguez übernimmt Oberbefehl über venezolanisches Militär
Streit um Militärführung: Rodríguez übernimmt Kommando, Opposition warnt vor „Maduro-System“