Washington – Der Fall um den erschossenen Krankenpfleger Alex Pretti sorgt in den USA weiterhin für politische Spannungen. Nachdem Trumps stellvertretender Stabschef Pretti zunächst als „Attentäter“ bezeichnet hatte, widersprach der ehemalige US-Präsident dieser Darstellung nun öffentlich. Pretti sei nach aktuellem Erkenntnisstand „kein Attentäter und kein Sicherheitsrisiko“, erklärte Trump am Dienstagabend in einem Interview mit dem Sender Fox News.
Bericht stellt offizielle Darstellung in Frage
Ein interner Bericht des ICE (Immigration and Customs Enforcement) kommt laut Recherchen des US-Magazins Politico zu einem anderen Ergebnis als die ursprünglichen Aussagen aus Trumps Umfeld. Demnach habe Pretti bei dem Einsatz keine bedrohlichen Handlungen gezeigt. Ermittler schließen laut dem Bericht ein gezieltes Attentat aus und sprechen vielmehr von einem Eskalationsfehler der Einsatzkräfte.
Ministerin Noem unter Druck
In Washington wächst die Kritik an Innenministerin Kristi Noem, deren Ressort den Einsatz beaufsichtigte. Oppositionspolitiker fordern eine unabhängige Untersuchung. Menschenrechtsorganisationen weisen auf mögliche Verstöße gegen Einsatzprotokolle hin. Beobachter befürchten, dass der Fall zu einem weiteren politischen Prüfstein in Trumps neuem Wahlkampf werden könnte.
Hintergrund: Der Vorfall in Virginia
Alex Pretti, 36 Jahre alt und als Krankenpfleger tätig, wurde vor zwei Wochen bei einem ICE-Einsatz in Virginia tödlich getroffen. Laut Augenzeugen soll er unbewaffnet gewesen sein. Der Einsatz beruhte offenbar auf einer fehlerhaften Identitätsmeldung. Das Justizministerium prüft derzeit mögliche disziplinarische Konsequenzen für beteiligte Beamte.
Quellen
Alex Pretti war laut Trump kein Attentäter
Trump will „ein bisschen“ deeskalieren