06.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Weniger Piks für Kinder: USA streichen mehrere Impfungen aus Standardplan

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Die CDC reduziert erstmals die Zahl der universell empfohlenen Kinderimpfungen – von bisher rund 17 auf nun etwa 11 Krankheiten, gegen die alle Kinder standardmäßig geimpft werden sollen. Auslöser ist ein Präsidialerlass von Präsident Donald Trump, der Gesundheitsbehörden anwies, den US-Impfplan mit „vergleichbaren Industrieländern“ zu vergleichen und gegebenenfalls anzupassen.

Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., ein seit Jahren prominenter Impfskeptiker, spricht von einem Schritt hin zu mehr Transparenz und informierter Zustimmung und betont, die USA seien bislang mit ihrem umfangreichen Impfplan „Ausreißer“ unter den Industrienationen gewesen. Fachgesellschaften und viele Epidemiologen warnen hingegen vor einem politischen Eingriff in einen bislang stark wissenschaftsgetriebenen Prozess und befürchten sinkende Impfquoten.

Welche Impfungen nun wegfallen

Nach den neuen Empfehlungen bleiben Basisschutzimpfungen gegen klassische Kinderkrankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln, Polio, Hib, Pneumokokken, HPV und Windpocken allgemein empfohlen. Andere Impfstoffe werden hingegen aus der Kategorie „für alle Kinder empfohlen“ herausgenommen und nur noch für Risikogruppen oder nach individueller Nutzen‑Risiko‑Abwägung („Shared Decision-Making“) empfohlen.

Zu den Impfungen, die nach Berichten von CDC und US‑Medien nicht mehr als Standard für alle Kinder gelten, gehören unter anderem:

  • Rotavirus
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B (insbesondere die bisher übliche Impfung direkt nach der Geburt)
  • Meningokokken ACWY
  • Meningokokken B
  • Impfstoffe bzw. Antikörperpräparate gegen RSV (Atemwegsinfektionen)
  • Saisonale Influenza (Grippe)

Diese Präparate können zwar weiterhin verabreicht werden, gelten aber nicht mehr als universelle Empfehlung – Eltern sollen gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten entscheiden, ob ihr Kind sie erhält.

Vergleich mit Europa und Deutschland

Die Regierung begründet den Schritt ausdrücklich mit einem Vergleich zu anderen entwickelten Ländern: Die CDC untersuchte nach eigenen Angaben die Impfpläne von rund 20 „vergleichbaren Industrieländern“. Demnach sieht etwa Deutschland Impfungen gegen rund 15 Krankheiten vor, Dänemark kommt auf etwa zehn – die USA lagen bislang mit 17 deutlich darüber.

In vielen europäischen Ländern werden bestimmte Impfungen, etwa gegen Hepatitis A oder manche Meningokokken‑Serogruppen, ebenfalls eher selektiv empfohlen, zum Beispiel für bestimmte Regionen, Altersgruppen oder Risikokonstellationen. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass sich Epidemiologie, Gesundheitswesen und soziale Rahmenbedingungen stark unterscheiden und sich Impfpläne daher nicht eins zu eins übertragen lassen.

Folgen für Kindergesundheit und Impfdebatte

Kinderärzte und Public-Health-Experten warnen, dass eine Herabstufung von Impfungen – etwa gegen Hepatitis B direkt nach der Geburt oder gegen saisonale Grippe – mittelfristig zu mehr Infektionen und Ausbrüchen führen könnte. Bereits die Debatte im Vorfeld, als CDC‑Berater über die Verzögerung der Hepatitis‑B‑Impfung diskutierten, löste in Fachkreisen große Sorge vor einem Rückschritt bei der Prävention aus.

Zugleich befürchten Fachleute, dass die unter Trump und Kennedy forcierten Änderungen die ohnehin wachsende Impfskepsis weiter verstärken. Die Entscheidung könnte als Signal verstanden werden, dass bislang empfohlene Impfungen „nicht nötig“ oder „unsicher“ gewesen seien, obwohl große Fachgesellschaften wie die American Academy of Pediatrics weiter umfassende, evidenzbasierte Impfpläne für Kinder vertreten.

Quellen

US-Regierung senkt Zahl der für Kinder empfohlenen Impfungen
Notfallausgabe: Was die Überarbeitung des Impfplans für Kinder für die Wissenschaft, das Vertrauen in das System und die Gesundheit von Kindern bedeutet

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