Die Vereinigten Staaten haben die zweite Phase ihres Friedensplans für den Gazastreifen gestartet. Laut amerikanischen Regierungsquellen geschieht dies, obwohl mehrere Kernelemente der ersten Phase bisher nicht vollständig umgesetzt wurden. Das Hauptziel der neuen Etappe ist es, die Verwaltung und humanitäre Versorgung in der Region zu stabilisieren und den politischen Dialog zwischen Israel und den palästinensischen Vertretern fortzuführen.
Ein 15-köpfiges Komitee, das sowohl Vertreter der USA als auch regionale Partner einschließt, soll künftig die administrative Aufsicht übernehmen. Dabei liegt der Fokus auf der Wiederherstellung grundlegender Infrastruktur, koordinierter Hilfsverteilung sowie Sicherheitsgarantien für Zivilisten in Grenzgebieten.
Kritik an der Umsetzung der ersten Phase
Mehrere internationale Beobachter äußerten Zweifel an der Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen. Laut einem Bericht des UN-Büros für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) seien die Sicherheitsgarantien und Lieferkorridore noch immer nicht zuverlässig. Zudem klagen Hilfsorganisationen über mangelnde Koordination zwischen den beteiligten Akteuren.
Vertreter der palästinensischen Autonomiebehörde kritisierten, dass die USA zu früh in die nächste Phase übergehen, ohne die vereinbarten Zwischenziele – wie eine dauerhafte Waffenruhe und die Freigabe humanitärer Hilfen – vollständig erreicht zu haben.
Internationale Reaktionen und politische Bewertung
In europäischen Hauptstädten wurde die US-Entscheidung unterschiedlich bewertet. Berlin und Paris begrüßten prinzipiell das Engagement Washingtons, mahnten aber zu mehr Transparenz und Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen. Moskau und Teheran äußerten dagegen Vorbehalte und warfen den USA vor, einseitige Interessen zu verfolgen.
Analysten sehen den Zeitplan der zweiten Phase als politisches Signal: Washington möchte den Friedensprozess sichtbar am Laufen halten – auch mit Blick auf den bevorstehenden Wahlzyklus in den USA. Diplomaten betonen, dass der Erfolg der Initiative maßgeblich von der Bereitschaft beider Konfliktparteien abhängt, aufeinander zuzugehen.
Ausblick auf die nächsten Schritte
Das 15-köpfige Komitee soll in den kommenden Wochen erste Berichte über Fortschritte vorlegen. Auf Basis dieser Ergebnisse plant das US-Außenministerium, weitere Maßnahmen für den Wiederaufbau und eine langfristige politische Lösung zu präsentieren. Die Vereinten Nationen wollen parallel ein unabhängiges Monitoring-System einführen, um Transparenz über Hilfslieferungen und Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten.
Quellen
USA starten zweite Phase des Friedensplans für Gaza
US-Gesandter kündigt Start der „zweiten Phase“ des Plans zur Beendigung des Gaza-Kriegs an