Die Vereinigten Staaten kündigten an, ihre humanitäre Unterstützung für die Vereinten Nationen massiv zu kürzen. Statt der bisherigen 17 Milliarden US-Dollar sollen künftig nur noch rund zwei Milliarden Dollar zur Verfügung stehen. Das gab das US-Außenministerium laut Medienberichten am 29. Dezember 2025 bekannt.
Die drastische Reduktion ist Teil einer neuen außen- und finanzpolitischen Linie der US-Regierung, die internationale Ausgaben stärker an strategische Interessen koppeln will. Die Kürzungen betreffen sowohl Programme des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) als auch humanitäre Soforthilfemaßnahmen in Krisenregionen.
Hilfsgelder nur für ausgewählte Länder
Nach Angaben aus Washington sollen die verbliebenen Gelder gezielt an Länder fließen, die aus Sicht der USA „eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und Transparenz“ gewährleisten. Damit setzt die Regierung ein politisches Signal: künftige Hilfen sollen nicht mehr pauschal, sondern nach politischen und wirtschaftlichen Kriterien vergeben werden.
Kritiker warnen, dass diese Entscheidung Millionen bedürftiger Menschen treffen könnte – insbesondere in Afrika, im Nahen Osten und in Teilen Südasiens, wo die UN auf freiwillige Beiträge von Mitgliedsstaaten angewiesen ist.
Außenministerium: “Erhöhungen in Zukunft möglich”
Trotz der drastischen Kürzung ließ das US-Außenministerium die Möglichkeit offen, die Hilfsmittel künftig wieder zu erhöhen. Sollte sich die Haushaltslage entspannen oder internationale Kooperationen erfolgreicher verlaufen, könnten die Mittel laut Ministerium „Neuüberprüfungen unterzogen“ werden.
Internationale Beobachter sehen darin ein Versuch, politischen Druck gegenüber anderen Geberländern aufzubauen, damit diese ihre Beiträge an die UN aufstocken.
Internationale Reaktionen und Folgen für die UN
Innerhalb der Vereinten Nationen sorgte die Ankündigung aus Washington für Besorgnis. Generalsekretär António Guterres zeigte sich „zutiefst enttäuscht“ und warnte vor Engpässen bei Nahrungsmittel- und Flüchtlingshilfe weltweit. Auch EU-Diplomaten äußerten Kritik und betonten, dass multilaterale Strukturen ohne verlässliche Finanzierung kaum funktionieren könnten.
Langfristig könnte die Entscheidung dazu führen, dass die Rolle der USA als wichtigster Geldgeber der UN erheblich geschwächt wird – während Länder wie China oder die EU weiter an Einfluss gewinnen.
Quellen
USA kürzen humanitäre Hilfe für UN
US-Regierung will UN-Hilfen künftig gezielter verteilen