17.01.2026
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EU und Mercosur schreiben Geschichte: Von der Leyen bei Lula in Rio vor epochaler Freihandelsunterzeichnung

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Nach über 25 Jahren intensiver Verhandlungen stehen die EU und die Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay) vor der Unterzeichnung eines historischen Freihandelsabkommens, das eine der weltgrößten Handelszonen schafft. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wurde in Brasilien von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva empfangen, um den finalen Impuls vor der Zeremonie in Paraguay zu geben. Das Abkommen verbindet rund 780 Millionen Menschen und ein kombiniertes BIP von über 22 Billionen US-Dollar.​

Historischer Hintergrund der Verhandlungen

Die Gespräche zwischen EU und Mercosur dauern seit 1999 an und wurden durch politische Wechsel, Umweltbedenken und Protektionismus immer wieder verzögert. Erst unter Brasiliens Mercosur-Präsidentschaft 2025 kam der Durchbruch, wobei von der Leyen Lulas Engagement als entscheidend lobte. Die formelle Unterzeichnung erfolgt heute (17.01.2026) in Asunción, Paraguay, mit EU-Ratspräsident António Costa an der Seite von der Leyens.​

Von der Leyens Besuch in Brasilien

In Rio de Janeiro traf von der Leyen mit Lula im Palácio do Planalto zusammen, wo beide das Abkommen als “Meilenstein für Wohlstand und Multilateralismus” feierten. Lula betonte die 25-jährige “Leidensgeschichte” der Verhandlungen und fehlt selbst in Paraguay, was auf interne Mercosur-Dynamiken hindeutet. Von der Leyen unterstrich: “Dies zeigt die Kraft von Partnerschaft und geteiltem Vertrauen über Ozeane hinweg.”​

Wirtschaftliche Vorteile und Auswirkungen

Das Abkommen eliminiert Zölle auf 91-93 Prozent der Waren und schafft Marktzugang für EU-Exporte wie Autos, Wein und Kleidung sowie Mercosur-Produkte wie Rindfleisch, Geflügel und Ethanol. Prognosen sehen EU-Exporte nach Mercosur bis 2040 um 50 Milliarden Euro steigen, brasilianische Agrarexporte könnten 7 Milliarden Dollar einbringen. Für deutsche Unternehmen eröffnen sich Chancen in strategischen Sektoren, während Mercosur-Länder Wertschöpfung jenseits von Rohstoffen anstreben.​

Kritikpunkte und geopolitische Bedeutung

Kritiker, insbesondere aus Landwirtschaft und Umweltschutz, warnen vor Konkurrenzdruck auf europäische Bauern und Abholzung im Amazonas. Dennoch gilt das Abkommen als Signal gegen Protektionismus, besonders angesichts US-Rückzugs unter Präsident Trump und chinesischer Einflussnahme in der Region. Es stärkt die EU als globalen Handelspartner und reduziert Abhängigkeiten von China bei Rohstoffen.​

Quellen

Von der Leyen für EU-Mercosur-Abkommen in Brasilien
Brasiliens Lula sagt, dass die EU und der Mercosur mit der Unterzeichnung des Handelsabkommens Geschichte schreiben werden.

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