23.12.2025
Eine Minute Lesezeit

Aleppo: Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Kurden flammen wieder auf

aleppo-gefechte-waffenruhe-gebrochen

In der nordwestsyrischen Stadt Aleppo sind am Montagabend erneut schwere Kämpfe zwischen syrischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten ausgebrochen. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sollen mindestens ein Dutzend Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden sein.

Die jüngste Eskalation beendet eine mehrwöchige Waffenruhe, die unter Vermittlung russischer und iranischer Vertreter zustande gekommen war. Ziel der Vereinbarung war es, Spannungen im Norden des Landes zu entschärfen, wo sich syrische Truppen und kurdische Milizen in unmittelbarer Nähe gegenüberstehen.

Regierung und Kurden beschuldigen sich gegenseitig

Sowohl regierungsnahe Medien als auch Vertreter der Kurdenorganisation PYD (Partei der Demokratischen Union) sprechen von Angriffen der jeweils anderen Seite.
Ein Sprecher der syrischen Armee erklärte laut staatlicher Nachrichtenagentur SANA, kurdische Einheiten hätten „mehrere Außenposten in West-Aleppo“ attackiert.
Die kurdische Seite wies diese Darstellung zurück und sprach von einer „gezielten Provokation“ durch Artilleriebeschuss der syrischen Armee.

Beobachter sehen die Kämpfe auch im Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen in Nordsyrien, wo Türkei, Russland und Iran um Einfluss ringen.

Humanitäre Lage bleibt angespannt

Nach UN-Angaben leben in Aleppo und der umliegenden Region derzeit rund 1,5 Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Viele Gebiete seien weiterhin schwer zugänglich, und die Versorgungslage bleibe prekär.
UN-Sprecherin Linda Tom rief beide Konfliktparteien in Genf dazu auf, den Waffenstillstand „unverzüglich wiederherzustellen und den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten“.

Internationale Reaktionen

Die Europäische Union äußerte sich besorgt über die neuen Gewaltausbrüche. Ein Sprecher des Europäischen Auswärtigen Dienstes nannte die Lage „hoch fragil“ und betonte die Notwendigkeit, humanitären Zugang zu sichern.
Auch das US-Außenministerium verurteilte die Auseinandersetzungen und rief alle Seiten zu Zurückhaltung auf.

Quellen

Schwere Gefechte in Aleppo – Tote und Verletzte
Drei Tote bei Gefechten zwischen syrischer Armee und Kurden in Aleppo

selenskyj-miami-fortschritte-friedensabkommen
Vorherige Geschichte

Hoffnung in Miami: Selenskyj meldet Fortschritte bei Friedensgesprächen

afghanen-pakistan-warten-abschiebung
Nächste Geschichte

Noch immer warten hunderte Afghanen auf ihre Ausreise nach Deutschland

Neueste von Blog

Geh zuOben