Eine Ära im israelischen Rundfunk endet
Der Armeesender „Galatz“, eine Institution des israelischen Rundfunks, steht kurz vor der Schließung – nach 75 Jahren Sendezeit. Die Entscheidung der Regierung, den traditionsreichen Sender einzustellen, sorgt für breite Empörung im Land. Seit seiner Gründung im Jahr 1950 war „Galatz“ nicht nur Sprachrohr der Israelischen Armee (IDF), sondern auch ein wichtiger kultureller und gesellschaftlicher Akteur mit Millionen von Zuhörern.
Regierungsentscheidung löst heftige Kritik aus
Offiziellen Angaben zufolge soll der Schritt Teil einer „Strukturreform der militärischen Kommunikationskanäle“ sein. Doch viele Stimmen – insbesondere aus der Opposition und von Medienorganisationen – sehen darin einen politisch motivierten Versuch, den Einfluss unabhängiger Stimmen einzuschränken.
Oppositionsführer und Journalistenverbände bezeichnen die Schließung als Angriff auf die Medienfreiheit. „Galatz war ein Symbol für journalistische Integrität und Offenheit – gerade für junge Hörerinnen und Hörer der Armee“, so ein Vertreter der israelischen Presseunion.
Tradition, Kultur und Identität in Gefahr
Über Jahrzehnte hinweg war „Galatz“ ein unverzichtbarer Bestandteil der israelischen Kultur. Der Sender bot nicht nur Nachrichten und militärische Informationen, sondern auch Musikprogramme, Talkshows und gesellschaftliche Diskussionen. Viele bekannte israelische Journalisten begannen hier ihre Karriere. Eine Abschaltung wäre daher nicht nur ein politischer Schritt, sondern auch ein Angriff auf ein Stück nationaler Identität.
Die Zukunft des Senders bleibt ungewiss
Ob und wann der Sender tatsächlich vom Netz geht, ist derzeit noch nicht endgültig entschieden. Interne Diskussionen über mögliche Privatisierungen oder eine Umwandlung in einen zivilen Kanal laufen. Dennoch fürchten viele, dass „Galatz“ schon bald nur noch Geschichte ist – und damit eine Ära unabhängiger Militärberichterstattung endet.
Quellen
Armeesender “Galatz” droht nach 75 Jahren das Aus
Die israelische Regierung genehmigt die umstrittene Schließung des Armeesenders nach 75 Jahren.






