In der rohstoffreichen, aber politisch instabilen Provinz Belutschistan sind bei einer Serie koordinierter Angriffe mindestens 125 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben pakistanischer Sicherheitskreise griffen bewaffnete Separatisten am Freitagabend mehrere militärische Außenposten und Polizeistützpunkte in der Grenzregion zu Iran und Afghanistan an. Die Gefechte dauerten laut offiziellen Stellen über mehrere Stunden an.
Belutschistan gilt seit Jahren als eine der konfliktträchtigsten Regionen Pakistans. Neben separatistischen Gruppen operieren dort auch islamistische Extremisten und Schmugglernetzwerke. Die pakistanischen Streitkräfte reagierten mit einer groß angelegten Gegenoffensive, bei der nach Militärangaben zahlreiche Angreifer getötet wurden.
Hintergrund: Belutschistans alte Konflikte und neue Spannungen
Obwohl Belutschistan etwa die Hälfte der Landesfläche Pakistans einnimmt, lebt dort weniger als 6 Prozent der Bevölkerung. Die Region gilt als reich an Erdgas, Kupfer und Gold, doch die wirtschaftlichen Erträge kommen laut Kritikern kaum bei der lokalen Bevölkerung an.
Separatistische Gruppen fordern seit Jahrzehnten mehr Autonomie oder gar Unabhängigkeit. Immer wieder attackieren sie staatliche Einrichtungen und Energieprojekte, darunter auch Vorhaben, die Teil des chinesisch-pakistanischen Wirtschaftskorridors (CPEC) sind. Beobachter befürchten, dass die jüngste Gewaltwelle die ohnehin fragile Sicherheitslage in der Region weiter destabilisieren könnte.
Internationale Reaktionen und politische Folgen
Das pakistanische Innenministerium verurteilte die Angriffe als „terroristische Akte gegen die nationale Einheit“ und kündigte verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in den Grenzgebieten an. Auch Premierminister Shehbaz Sharif sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus und versprach „entschlossene Schritte gegen die Feinde des Staates“.
Internationale Beobachter, darunter Vertreter der UNO und der EU, zeigten sich besorgt über die Eskalation. Menschenrechtsorganisationen fordern die Regierung in Islamabad auf, die Ursachen des Konflikts – soziale Ungleichheit und politische Marginalisierung – ernsthaft anzugehen.
Quellen
Mindestens 125 Tote bei Angriffen in Unruheprovinz Belutschistan
Eskalation in Pakistans Unruheprovinz: Dutzende Tote nach Angriffen