Die Human Rights Activists News Agency (HRANA) berichtet von mindestens 36 Toten bei anhaltenden Protesten im Iran, die nun in den zweiten Woche andauern. Die Demonstrationen haben sich von wirtschaftlichen Forderungen zu politischen Protesten gegen das Regime entwickelt. Sicherheitskräfte setzen zunehmend Gewalt ein, darunter Schüsse auf Demonstranten und Razzien in Krankenhäusern.
Ursachen der Proteste
Die Unruhen begannen Ende Dezember 2025 durch einen dramatischen Absturz des Rials, der den Handel lahmlegte und Händler auf die Straßen trieb. Die Inflation liegt bei über 40 Prozent, Lebensmittelpreise stiegen um 70 Prozent, was besonders die junge Generation trifft. Politisch richten sich die Proteste gegen die Geistlichenführung und hohe Militärausgaben inmitten Sanktionen.
Todesopfer und Festnahmen
HRANA zählt 34 getötete Demonstranten, darunter vier Kinder unter 18, sowie zwei Sicherheitskräfte; über 2.000 Festnahmen wurden gemeldet. Die Proteste erstrecken sich auf über 270 Orte in 27 Provinzen. Verletzte wurden oft durch Gummi- oder Plastikgeschosse getroffen.
Eskalation in Ilam
In der Provinz Ilam, hauptsächlich von Kurden und Luren bewohnt, stürmten Sicherheitskräfte das Imam-Khomeini-Krankenhaus, um Verletzte zu verhaften. Amnesty International verurteilt dies als Verstoß gegen internationales Recht. Präsident Pezeshkian ordnete eine Untersuchung an, doch Kritiker sehen darin Beschönigung.
Internationale Reaktionen
Amnesty und Human Rights Watch kritisieren die brutale Unterdrückung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die USA nennen den Krankenhaussturm ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Ayatollah Khamenei droht den „Randalierern“ mit harter Bestrafung.
Ausblick und Hintergrund
Die Proteste sind die größten seit dem „Woman, Life, Freedom“-Aufstand 2022 mit über 550 Toten. Experten warnen vor weiterer Eskalation durch wirtschaftliche Misere und Repression. Die Regierung plant Reformen, doch Zweifel an ihrer Umsetzung wachsen.
Quellen
Mindestens 36 Menschen bei Protesten im Iran getötet, sagt Menschenrechtsorganisation
Iran security forces clash with protesters as death toll rises to at least 36