Laut einem Bericht der Washington Post soll Israel seit mehreren Jahren drusische Gruppen in Südsyrien heimlich mit Waffen und Munition beliefern. Diese Transporte sollen meist nachts über die israelisch-syrische Grenze auf den Golanhöhen erfolgen. Ziel sei es offenbar, lokale Drusen-Milizen zu stärken, um iranischen und syrischen Regierungstruppen Paroli zu bieten.
Unterstützung durch Mossad und israelische Armee
Dem Bericht zufolge sind sowohl der israelische Geheimdienst Mossad als auch Teile der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) in die Aktion eingebunden. Neben Waffenlieferungen sollen auch militärische Trainingsmaßnahmen organisiert worden sein. Israel habe damit versucht, ein freundliches Schutzgebiet in unmittelbarer Grenznähe zu sichern – ähnlich früherer Strategien im Libanon-Konflikt.
Millionenhilfe und kurdische Vermittlung
Neben logistischer und militärischer Unterstützung sollen die Drusen von Israel auch finanzielle Hilfe in Millionenhöhe erhalten haben. Die Washington Post beruft sich dabei auf anonyme Quellen innerhalb westlicher Geheimdienste, die von Zahlungen „in zweistelliger Millionenhöhe“ sprechen. Eine Schlüsselrolle sollen kurdische Gruppierungen gespielt haben, die als vermittelnde Partner die Kontakte zwischen den Drusen und israelischen Stellen koordinierten.
Hintergrund: Drusen zwischen allen Fronten
Die Drusen bilden in Syrien eine religiöse Minderheit mit starkem Zusammenhalt, aber politisch komplexer Lage. Zwischen Loyalität zur syrischen Regierung, Verteidigung eigener Gemeinden und zunehmender Einflussnahme externer Akteure geraten sie immer stärker in den Fokus regionaler Mächte. Israels angebliche Hilfsaktionen fügen dem ohnehin fragmentierten Bürgerkrieg eine weitere, verdeckte Dimension hinzu.
Quellen
Israel hilft Drusen in Syrien offenbar mit Waffen und viel Geld
Wie israelische Geheimoperationen in Syrien versuchen, die neue Regierung zu untergraben