Japans erste Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat das Unterhaus des Parlaments aufgelöst, um vorzeitige Neuwahlen am 8. Februar anzusetzen. Seit Oktober 2025 regiert sie mit ehrgeizigen Reformplänen, stößt jedoch auf eine knappe Mehrheit im Parlament. Trotz hoher Umfragewerte von rund 70 Prozent hofft sie, ihre Liberaldemokratische Partei (LDP) zu einer stärkeren Position zu führen.
Hintergrund der Amtsübernahme
Sanae Takaichi, geboren 1961, wurde im Oktober 2025 als erste Frau zur Ministerpräsidentin Japans gewählt, nach dem Rücktritt von Shigeru Ishiba. Sie übernahm den Vorsitz der LDP und bildete eine neue Koalition mit der Ishin no Kai (JIP), da die Komeito-Partei aufgrund von Differenzen ausstieg. Ihre konservative Haltung, geprägt von Besuchen am Yasukuni-Schrein und Forderungen nach Verteidigungsreformen, polarisiert.
Politische Herausforderungen
Takaichis Koalition besitzt im 465 Sitze umfassenden Unterhaus nur eine hauchdünne Mehrheit, was die Umsetzung ihrer Agenda behindert. Die Opposition, darunter eine neue Partei für mehr Sozialstaat, kritisiert ihre wirtschaftsfreundliche Politik. Die Auflösung erfolgte am 23. Januar 2026 zu Beginn der regulären Sitzung – der erste solche Schritt seit 60 Jahren.
Ehrgeizige Reformpläne
Zu ihren Prioritäten zählen Steuersenkungen wie die Abschaffung der Benzinsteuer, höhere Staatsausgaben gegen Inflation und eine offensive Industriepolitik. Außenpolitisch setzt sie auf eine harte Linie gegenüber China, Stärkung der Verteidigung über zwei Prozent des BIP und Kooperation mit den USA. Innenpolitisch plant sie Optimierungen im Gesundheitswesen und Begrenzung von Sozialversicherungsbeiträgen.
Risiken und Marktreaktionen
Die Neuwahlen bergen hohes Risiko: Ein Scheitern könnte Takaichis Karriere gefährden, doch Märkte reagieren positiv mit Nikkei-Rekorden in Erwartung expansiver Fiskalpolitik. Ihre Beliebtheit, besonders bei Jungen unter 30, könnte die LDP zu absoluter Mehrheit führen und Koalitionspartner schwächen.
Quellen
Japans Regierungschefin Takaichi löst Parlament auf
Japans Ministerpräsidentin löst Parlament für Neuwahlen auf