Zwei Monate nach der Parlamentswahl im Irak verdichten sich die Anzeichen, dass der frühere Premier Nuri al-Maliki erneut Regierungschef werden könnte. Al-Maliki gilt als enger Verbündeter Teherans – ein Umstand, der in Washington für erhebliche Unruhe sorgt. US-Präsident Donald Trump reagierte mit scharfen Worten und warnte die irakische Führung davor, „den Einfluss des Iran weiter zu stärken“.
Zwischen Teheran und Washington
Der Irak, traditionell ein geopolitischer Schauplatz zwischen Ost und West, scheint erneut zwischen den Fronten zu geraten. Während der Iran al-Maliki unterstützt und auf eine pro-iranische Regierung hofft, drängt Washington auf eine Führungsfigur, die enger mit den USA zusammenarbeitet. Trumps jüngste Drohung, wirtschaftliche und diplomatische Konsequenzen zu prüfen, verschärft die Lage in Bagdad zusätzlich.
Interne Machtkämpfe lähmen Fortschritt
Laut politischen Beobachtern in Bagdad blockieren parteiinterne Rivalitäten und externer Druck derzeit die Regierungsbildung. Viele Abgeordnete fürchten, ein zu starkes Entgegenkommen in Richtung Teheran oder Washington könnte die fragile Stabilität des Landes gefährden. Analysten warnen, dass eine anhaltende Pattsituation im Parlament nicht nur den Wiederaufbau des Landes bremst, sondern auch den Einfluss von Milizen stärken könnte.
Hintergrund: Maliki und seine politische Rolle
Nuri al-Maliki war bereits von 2006 bis 2014 Premierminister und steht seit Jahren in der Kritik, konfessionelle Spannungen im Land vertieft zu haben. Seine Nähe zum Iran ist international umstritten, besonders nach den jüngsten Entwicklungen, bei denen Teheran seinen Einfluss auf schiitische Parteien weiter ausgebaut hat.
Internationale Reaktionen und Ausblick
Sowohl die Europäische Union als auch die Vereinten Nationen rufen zur Zurückhaltung auf. Die deutsche Bundesregierung betonte die Bedeutung einer „unabhängigen irakischen Entscheidungsfindung ohne äußere Einmischung“. Beobachter gehen davon aus, dass sich die Regierungsbildung noch Wochen hinziehen könnte – während die geopolitischen Spannungen weiter zunehmen.
Quellen
Trump mischt sich in Iraks Regierungsbildung ein
Iraks al-Maliki lehnt „Verletzung der Souveränität“ nach Trumps Drohungen ab

