Nach dem verheerenden Brand in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana in der Silvesternacht werden elf Brandverletzte in deutschen Spezialkliniken behandelt. Vier Patienten sind bereits aufgenommen worden, die Versorgung weiterer sieben wurde in die Wege geleitet, teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mit. Deutschland gilt aufgrund seiner hoch spezialisierten Brandverletztenzentren als gefragter Partner in der europäischen Katastrophenhilfe.
Die Tragödie in Crans-Montana: 40 Tote und über 100 Verletzte
Bei dem Brand in der Bar starben 40 Menschen, darunter viele Feiernde auf einer Silvesterparty, und 119 Personen erlitten überwiegend schwere Brandverletzungen. Die Flammen entstanden offenbar durch Feuerwerkskörper in Champagnerflaschen, die Schaumstoff an der Decke entzündeten. Die Behandlung der Schwerverletzten erfordert monatelange Intensivpflege, Hauttransplantationen und Rehabilitation.
Deutsche Kliniken im Einsatz: Von Berlin bis Stuttgart
Kliniken wie das Unfallkrankenhaus Berlin, das Marienhospital Stuttgart, die BG Klinik Tübingen und weitere Zentren in Bochum, Leipzig und Halle haben Patienten aufgenommen oder Kapazitäten freigehalten. Die Betroffenen weisen großflächige Verbrennungen auf, sind intubiert und beatmet, da giftige Gase die Lunge geschädigt haben. Insgesamt gibt es 40 Hilfeersuchen für deutsche Spezialkliniken.
Staatsanwaltschaft ermittelt: Prüfung auf fahrlässige Tötung
Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen und prüft Anklagen wegen fahrlässiger Brandstiftung oder Tötung. Unter die Lupe genommen werden Umbauarbeiten, Materialien, Brandschutzmaßnahmen und Fluchtwege in der Bar. Bislang gibt es keine strafrechtlichen Anhaltspunkte, die Barbetreiber kooperieren und sind schockiert. Auch das Verhalten der Feiernden wird untersucht.
Quellen
Elf Brandverletzte werden in Deutschland behandelt
Brandkatastrophe in Crans-Montana: Krankenhäuser in BW versorgen Patienten