Seit dem Jahreswechsel hat sich Deutschland in ein tiefes Winterchaos verwandelt. Besonders im Norden und Osten kam es zu zahlreichen Glätteunfällen auf vereisten Straßen. Polizei und Rettungsdienste meldeten Hunderte von Einsätzen allein in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Viele Autofahrer waren trotz Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit Sommerreifen oder zu hoher Geschwindigkeit unterwegs.
Auch in Sachsen, insbesondere im Vogtland, führten starke Schneeverwehungen zu massiven Verkehrsbehinderungen. Einige Ortschaften seien nach Angaben örtlicher Behörden „nur schwer oder gar nicht erreichbar“. Straßenmeistereien sind seit Tagen im Dauereinsatz, um Hauptverkehrswege befahrbar zu halten.
Flugausfälle und Zugverspätungen: Der Verkehr kommt zum Erliegen
Am Hamburger Flughafen fielen am Freitag Dutzende Flüge aus. Grund dafür waren vereiste Rollbahnen und technische Probleme bei der Enteisung der Flugzeuge. Passagiere mussten sich auf stundenlange Wartezeiten einstellen.
Auch die Deutsche Bahn kämpfte mit wetterbedingten Einschränkungen. Auf vielen Strecken kam es zu Verspätungen und Zugausfällen, vor allem im Regionalverkehr. Bahnsprecher rieten Reisenden, ihre Fahrten nur bei dringendem Bedarf anzutreten.
Umgestürzte Bäume und Stromausfälle in mehreren Regionen
In Teilen von Brandenburg und Thüringen führten Schneelasten zu umgestürzten Bäumen, die Straßen und Bahnstrecken blockierten. Die Feuerwehr musste mehrfach ausrücken, um Verkehrswege freizuräumen. Lokal kam es zudem zu kurzzeitigen Stromausfällen, nachdem Äste Stromleitungen beschädigt hatten.
Wetteraussichten: Es wird noch kälter
Laut Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bleibt die Kältewelle zunächst bestehen. In den Nächten können die Temperaturen auf bis zu minus 15 Grad sinken. In höheren Lagen sind weitere Schneefälle zu erwarten. Meteorologen warnen, dass die Glättegefahr in den kommenden Tagen weiter zunehmen dürfte.
Empfehlungen der Behörden
Die Behörden raten zu besonderer Vorsicht im Straßenverkehr und empfehlen, auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten. Fußgänger sollten auf festes Schuhwerk und reflektierende Kleidung achten. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich auf längere Fahrzeiten einstellen und warme Kleidung sowie Decken dabeihaben.
Quellen
Glätteunfälle, Flugausfälle und umgestürzte Bäume
Schnee behindert Luftverkehr – Köhlbrandbrücke gesperrt